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Matthias Schweighöfer spielt die Hauptrolle in Kaminers charmanter Komödie „Russendisko“

Wenn die Russen kommen, gibt’s was zu lachen

Das Buch „Russendisko“ von Wladimir Kaminer schlug im Jahr 2000 ein wie eine Bombe und avancierte rasch zum Kultbestseller – mit 1,3 Millionen verkauften Exemplaren. Kaminer hatte als russischer Emigrant perfekt das Lebensgefühl in Berlin unmittelbar nach Mauerfall eingefangen und so ganz nebenbei ironisch einen Cultural Clash beschrieben, der für ihn in eine gelungene Integration mündete: Da schreibt einer erfrischend lesenswert auf Deutsch und macht mit charmantem Akzent in Talkshows nun auf den Film aufmerksam.

veröffentlicht am 28.03.2012 um 18:24 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Dabei galt das Buch wegen seiner episodischen Struktur lange Zeit als unverfilmbar. Zahlreiche Drehbuchautoren bissen sich daran die Zähne aus. Eine lineare Erzählung musste her, am besten noch mit Love Story. Und so erzählt der Film von Oliver Ziegenbalg, der schon mit seinem Drehbuch zu „Friendship!“ eine Bewegung nach Westen beschrieb, die Geschichte der drei jungen russischen Freunde Wladimir (Matthias Schweighöfer), Mischa (Friedrich Mücke) und Andrej (Christian Friedel). Im Sommer 1990 nutzen sie die Gunst der Stunde und hauen nach Deutschland ab. Mit vielen Illusionen und wenig Geld landen sie im Ostberliner Stadtteil Marzahn in einem Einwandererheim und versuchen, das Beste daraus zu machen. Gar nicht so einfach. Andrej wurde als Kind von einer bösen Nachbarin verhext – behauptet er jedenfalls – und neigt zu Schwermut. Mischa ist gar kein Jude und muss darum ständig um seine Aufenthaltserlaubnis fürchten. Am lockersten sieht die Dinge Wladimir, der sich in die Tänzerin Olga (Peri Baumeister) von der Insel Sachalin verliebt. Dann beobachtet der geschäftstüchtige Andrej, wie Vietnamesen in der Nähe des Heims geschmuggelte Zigaretten verbuddeln. Zigaretten, mit denen sich ein Menge Geld scheffeln ließe …

Ziegenbalg hat das Lebensgefühl im Berlin zu Beginn der 90er Jahre perfekt eingefangen. In Babelsberg ließ er liebevoll und detailfreudig den Kiez mit heruntergekommenen Fassaden und schäbigen Kulissen aufbauen, die flotte russische Blasmusik ist der ausgelassene Soundtrack zu einem wehmütigen Blick zurück. Manche Episoden sind dem Regisseur ein wenig zu harmlos geraten, nicht jede Idee zündet. Trotzdem: eine charmante, sehenswerte Komödie.

„Russendisko“ läuft im Maxx-Kino Hameln täglich um 14.10, außer mittwochs um 18.20 und 20.40 Uhr, am Freitag und Samstag auch um 23.10 Uhr.

Willkommen in Berlin: Andrej (Christian Friedel), Mischa (Friedrich Mücke) und Wladimir (Matthias Schweighöfer) Foto: Stephan Rabold/ Paramount Pictures



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