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So machen Ferien Spaß: Im Theater Hameln werden Kinder zu Schauspielern

Wenn die Prinzessin in Schillers Stück den Putzhandschuh wirft…

Hameln. In roten Turnschuhen flitzt Prinzessin Kunigunde mit Handy in der Hand zum königlichen Balkon. Gelassen hechtet der Ritter in den Löwengarten, um einen Putzhandschuh zu retten. König Franz trägt eine Burger-King-Krone. Und im Hintergrund läuft Rap-Musik. Wo es das gibt? Im Theater. Auch wenn der Ort des Schauspiels derzeit im sommerlichen Dornröschenschlaf liegt, so tobt in dieser Woche auf der Bühne das Leben. „Wir haben zum ersten Mal einen Theaterworkshop beim Ferienpass angeboten“, erklärt Dramaturgin Katja Dittmann und freut sich über die große Resonanz.

veröffentlicht am 01.07.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 00:41 Uhr

Leopard und Tiger unter sich: Lea und Clara.

Autor:

Julia Marre
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Nach einer Theaterführung mit 20 Kindern erarbeiten 13 Teilnehmer seit Dienstagvormittag ein kurzes Schauspiel. „Als Abschluss möchten wir den Eltern ‚Der Handschuh‘ von Schiller zeigen“, erklärt Theaterpädagogin Christine Gleiss, die den Workshop namens „Alles muss klein beginnen…“ für die Sechs- bis Zehnjährigen leitet.

Dienstag, 11.55 Uhr. 13 Nachwuchs-Schauspieler sitzen auf den Brettern, die für manche die Welt bedeuten und für sie jede Menge Spaß. Alle halten Schillers Text in der Hand. Reihum wird gelesen. Jeder trägt eine kurze Passage vor – mit der Vorgabe, die Zeilen besonders verärgert zu betonen. „Ihr könnt das noch wütender“, fordert Christine Gleiss die Teilnehmer auf. Und, tatsächlich, sie können es wütender. Auch wenn bei Formulierungen wie dem „zärtlichen Liebesblick“ mal gekichert wird.

Von Aufwärm-Spielen bis zur Textverteilung

Dienstag, 12.11 Uhr. Nach einem Probelauf des „Handschuhs“ staunen die Kinder nicht schlecht, was sie an diesem Vormittag schon alles gemacht haben: Aufwärm-Spiele standen auf dem Programm. Eine erste Begegnung mit Schillers Ballade. Das anschließende Verteilen der Rollen. Das Hören einer CD, auf der das Stück in einer Rap-Version eingespielt ist. Der Aufbau der Bühne – mit wenigen Tischen und Samttüchern ist blitzschnell ein königlicher Palast samt Löwengarten entstanden. Kostüme wurden angeschaut. Der Text verteilt. „Kommt ihr denn morgen alle wieder?“, fragt Christine Gleiss. „Jaaaaaaaaaaaaaa“, antworten ihr Jerry, Nils, Denise, Karlotta, Marcus, Stephan, Stanley, Anna, Clara, Lea, Tom und Jessy wie aus einem Mund.

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Mittwoch, 10.45 Uhr. Ruhm kommt oft schneller als man denkt: Kaum zwei Tage stehen die Ferienpass-Kinder im Theater Hameln auf der Bühne, schon steht die erste Autogrammstunde an! Während ihrer Pause im Bürgergarten unterschreiben die Nachwuchs-Schauspieler die Einladungen zur heutigen Premiere, zu der ihre Eltern eingeladen sind.

Mittwoch, 11.05 Uhr. Kostümwechsel auf der Bühne. Wo ist Karlotta, die die Prinzessin spielt? Warum kratzt den Löwen Tom die Fell-Stola so schrecklich? Weshalb eigentlich hat Stanleys Tier-Stola Füße? Und wer hat das Handy gesehen? Aufregung unter den jungen Schauspielern. „Das ist unser allererster Durchgang mit Kostümen“, erklärt Christine Gleiss. „Bisher haben wir an der Chronologie des Stückes gearbeitet.“

Mittwoch, 11.30 Uhr. Mithilfe der Theaterpädagogin gelingt der allererste Durchlauf des Stückes. Hier und da verbessert Christine Gleiss Texte, erinnert an Gesten, korrigiert Bewegungsabläufe.

Mittwoch, 11.42 Uhr. „Alle auf ihre Position, bitte“, ruft die Theaterpädagogin. Mit den Kindern will sie noch an der Stimme arbeiten. „Es müssen alle so laut sprechen, dass sogar die Marktbesucher auf dem Rathausplatz sie hören“, sagt sie. Und freut sich, dass alle „mit Feuereifer dabei“ sind.

Prinzessin Kunigunde (Karlotta) gibt den noch fehlenden Akteuren per Handy bescheid.



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