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Im August: Ausstellung in „Janssens Park“ am Klüt

Wenn die Kunst den Wald erobert …

Hameln. Seine Eingänge sind mit weißen Gittertüren versperrt. Ein alter Korbstuhl trotzt den dunklen Wolken, lässt sich draußen vom Regen bewässern. Und ein Graffiti an der Außenwand lädt ein zur „Kaffeepause“ – dabei gibt es den im Tee-Pavillon inmitten des Klütwaldes schon lange nicht mehr. Doch Teebeutel werden demnächst den historischen Pavillon unterhalb des Ruschenteiches erobern – als Teil einer Kunstausstellung. Christiane Steinkamp, Marina Kledzik-Hoyer, Britta Samsen-Huch und Claude Sikora zeigen hier am 8. und 9. August gemeinsam ihre Werke. Wie das Projekt im Grünen heißt? „Janssens Park.“

veröffentlicht am 27.07.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Tee-Pavillon wurde 1929 errichtet

1929 errichtete nämlich der spätere Hamelner Oberbürgermeister Dr. Janssen auf dem Areal den hübschen Tee-Pavillon – mit einer Kupferkuppel, die im Krieg einer Verkleidung aus Pappmaché weichen musste. Inmitten eines von Janssen angelegten englischen Gartens, zwischen seltenen Laub- und Nadelbäumen aus Übersee, befand sich das lauschige Wochen-endhäuschen der Familie, neben dem es früher auch mal einen Tennisplatz gab. Den besonderen Ort nehmen die vier Künstlerinnen zum Anlass für ihre Installationen und Werke. „Wir möchten zeigen, wie der Raum von außen den Raum von innen erobert“, erklärt Christiane Steinkamp. An jenem Platz, der zwischen Damals und Jetzt, zwischen Neulich und Morgen selbst viele Geschichten zu erzählen hat, fragen die Künstlerinnen: „Was macht die Vergangenheit mit uns? Wie gehen wir mit ihr um?“

Jede Künstlerin setzt anderen Schwerpunkt

Zweifellos: Die Ausstellung wird eine abwechslungsreiche sein – jede Künstlerin setzt einen anderen Schwerpunkt, arbeitet mit anderen Techniken und Materialien. Claude Sikora zeigt „keine Bilder, sondern hauptsächlich Collagen zu den Themen Lust und Vergänglichkeit“. Außerdem – da kommt der Tee ins Spiel – plant sie eine Installation mit Teebeuteln. Fotografien, die von Vergänglichkeit erzählen, präsentiert Britta Samsen-Huch, zudem „unter dem Aspekt der Spielhölle einen Automaten, der sich selbst bespielt – und vielleicht ein paar kleine Eisenskulpturen“. Marina Kledzik-Hoyer stellt ihre Pappmaché-Plastiken aus: „Figuren, die sich im weitesten Sinne auch mit Lust beschäftigen“, sagt sie. Und Christiane Steinkamp trägt eine Gruppe mehrerer in Tüll gewickelter Tannenbäume zur Ausstellung bei. „Das finde ich mitten im Wald besonders spannend“, sagt sie. Der Pavillon werde zwar vorher nicht renoviert, aber für die Kunst herausgeputzt: Eine historische Sitzgruppe soll nicht nur für Gemütlichkeit, sondern auch für einen kunstgeschichtlichen Hintergrund sorgen – „in einer Installation nehme ich Bezug auf die alten Möbel“, sagt Christiane Steinkamp.

„Erst wollten wir auch mit dem Wald und den Bäumen arbeiten“, sagt Claude Sikora. Inzwischen aber haben sich die Künstlerinnen auf den Tee-Pavillon konzentriert. Obwohl sie völlig unterschiedlich arbeiten, passen sie alle ganz gut zusammen, meint Christiane Steinkamp. Schon bei einer Ausstellung in Hessisch Oldendorf vor zwei Jahren habe die Zusammenarbeit der Künstlerinnen „großartig funktioniert, weil sich jeder seinen Platz sucht“.

„Janssens Park“: Die Vernissage findet am Samstag, 8. August, um 17 Uhr mit einer Laudation von Rainer Steinkamp und Musik von Sigrun Krüger statt. Die Ausstellung ist außerdem am Sonntag, 9. August, von 15 bis 19 Uhr zu sehen.

Christiane Steinkamp, Claude Sikora, Marina Kledzik-Hoyer und Britta Samsen-Huch hauchen demnächst dem Teepavillon in Janssens Park künstlerisches Leben ein.

Foto: are

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