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…wird’s brenzlig: In „Der letzte Exorzismus“ erzählt der Hamburger Daniel Stamm genau diese Geschichte

Wenn der Scharlatan einen echten Fall lösen muss…

Es beginnt flott – fast schon als Parodie auf „Der Exorzist“. Denn der Teufelsaustreiber hier ist selber ein Scharlatan. Reverend Cotton Marcus (Patrick Fabian) hat mit allerlei Firlefanz und miesen Tricks 25 Jahre lang die Menschen in seiner Gemeinde im US-Staat Louisiana an der Nase herumgeführt. Ein eitler Fatzke, der nun vor den laufenden Kameras eines Dokumentarfilm-Teams Einblick in seine Trickkiste gibt. Reden kann er gut, die Aufmerksamkeit Leichtgläubiger ist ihm sicher und somit auch die Möglichkeit, einen schnellen Cent zu machen. Doch irgendwie plagt ihn das Gewissen, er will den Job als Exorzist an den Nagel hängen. Da erreicht ihn der Hilferuf eines Vaters, dessen Tochter vom Teufel besessen sein soll. Marcus macht sich ein letztes Mal auf, in „Blair Witch Project“-Manier begleitet vom Kamera-Team. Doch was ihn auf einer einsamen Farm widerfährt, sprengt dann doch seine Erwartungen.

veröffentlicht am 01.10.2010 um 13:24 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Schmauchende Kreuze, Geistergestöhn vom Band und sonstiger Schnickschnack – Regisseur Daniel Stamm, Hamburger mit Arbeitsplatz in Hollywood, wiegt den Zuschauer zunächst auf der sicheren Seite: alles Hokuspokus. Aber: Mit zunehmender Dauer wird der Film immer beklemmender, die Selbstverliebtheit des Reverends, von Patrick Fabian in einer Mischung aus Staubsaugervertreter und Privatsender-Moderator fulminant gespielt, weicht ernsthafter Bedrohung. Gibt es ihn etwa, den Teufel? Ganz schön spannend, doch dann lässt Stamm seinen Film mit einem viel zu aufgeblasenen und unglaubwürdigen Showdown enden. Die Fake-Doku-Attitüde, mittlerweile zum Klischee verkommen, hätte man ihm gern noch verziehen. Die Maßlosigkeit nicht mehr.

„Der letzte Exorzismus“ läuft im Maxx-Kino Hameln täglich um 21 Uhr, heute auch um 23 Uhr.

Cotton Marcus (Patrick Fabian) soll einer vom Teufel Besessenen helfen – kann es aber gar nicht.



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