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Die Satire „Der Ministerpräsident“ im Theater in der List gibt Einblicke in den politischen Betrieb

Wenn der Landesvater vergisst, wer er ist

Hannover. Der Ministerpräsident Urspring hat einen schweren Autounfall, er verliert sein Gedächtnis. Er weiß weder, wer er ist, noch welcher Partei er angehört. Aber es stehen Wahlen an, ein Ersatzkandidat kann nicht so schnell aufgebaut werden. Die Politikstrategen machen Urspring zu ihrer Marionette. Das ist ein praktikabler Handlungsrahmen für eine politische Satire, wie sie nun im Theater in der List uraufgeführt wurde. Martin Kunze und Willi Schlüter haben den Roman von Joachim Zelter dramatisiert und ein Stück mit ironischen Spitzen gegen den leerlaufenden, zum Selbstzweck verkommenen politischen Betrieb erarbeitet. Da werden Auftritte geplant wie Theaterinszenierungen, Politiker als Projektionsfiguren modelliert und Reden geschneidert. Eine Toningenieurin schneidet hier aus Allgemeinplätzen und Füllwörtern nichtssagende Phrasen zusammen, die die Aufgabe haben, nichts zu sagen – damit aber Sympathien zu erwecken. Das wird geschickt in Szene gesetzt.

veröffentlicht am 02.09.2013 um 16:33 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:41 Uhr

Autor:

Karl-Ludwig Baader
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Man hätte die Geschichte auch als grelle Revue anlegen können. Diese Stückfassung aber nimmt ihre Figuren ernst. Regisseurin Sibylle Brunner hat die Schauspieler (meist) zu zurückhaltendem Spiel angeregt und sich treffende kleine Gesten und gut getimte Blickwechsel einfallen lassen. Willi Schlüter als Ministerpräsident ist ein Mann, der verstört in seinem eigenen Leben herumtapst. Inga Kolbeisson agiert in der Rolle der Ärztin wie in jener der Frau, die Urspring nicht wiedererkennt oder wiedererkennen will, typgerecht und ohne Mätzchen. Ein solider, unterhaltsamer Theaterabend.

Die nächsten Aufführungen sind am 4., 6., 7., 11., 13., 14. und 15. September im Theater in der List, Hannover.



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