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Im Drama „Twelve“ geht es um Sex, Drugs und Rock’n’Roll der vergnügungssüchtigen Jugend

Wenn der einstige Dealer einen Dealer spielt

Wer wissen möchte, was die reichen Kids von Manhattans Upper East Side für Probleme haben, kann hier filmischen Nachhilfeunterricht nehmen. Wichtigste Erkenntnis: Pubertätswirren und Hedonismus machen mehr Spaß, wenn die Eltern ein dickes Bankkonto haben. So sieht man hier schöne junge Menschen in teuren Klamotten durch teure Appartements laufen, mit teuren Angewohnheiten (Drogen und Alkohol) und teuren Fortbewegungsmitteln. Der zugrunde liegende Kultroman von Nick McDonell sorgte für Aufsehen. Die fiebrige Chronik einer desillusionierten Jugend, die nur noch in Grenzüberschreitungen den Kick verspürt: „... ein bisschen Spaß zu haben, an Gras ranzukommen, die Zeit zu vertrödeln“, so McDonell über den Frust der vergnügungssüchtigen Jeunesse dorée.

veröffentlicht am 18.10.2010 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

Rapper 50 Cent (rechts) dealte selbst schon als 12-Jähriger mit

Autor:

Michael Ranze
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Der teenagererprobte Regisseur Joel Schumacher hat die Ecken und Kanten des Romans geschliffen. Doch an der fragmentarischen Erzählung der Vorlage ist er gescheitert: zu viele Figuren, zu viele lose Enden, die auch Kiefer Sutherlands Off-Kommentar nicht zu einem stimmigen Ganzen verknüpfen kann. Dreh- und Angelpunkt der Erzählung: White Mike (Chace Crawford). Nach dem Krebstod seiner Mutter hat der 17-Jährige die Schule geschmissen und dealt mit Drogen. Ein Außenseiter, der alle auf Distanz hält. Dass seine Jugendfreundin Molly (Emma Roberts, die Nichte von Julia Roberts) in ihn verliebt ist, will er nicht bemerken. Zu White Mikes besten Kundinnen gehört das It-Girl Sara (Esti Ginburg). Ihre Geburtstagsfeier ist die Party, bei der jeder dabei sein will. Doch vorher sorgt eine neue Droge, Twelve, für Begehrlichkeiten, ein Mord geschieht, und als Mikes bester Freund Hunter (Philipp Ettinger) unter Tatversacht gerät, muss Mike aus seiner Deckung.

Schumacher verpackt die Brisanz der Vorlage in gelackte Hochglanzbilder. Die vage angedeuteten, hausbacken in Szene gesetzten Erzählstränge verharren an der Oberfläche. Von Wildheit und Anrüchigkeit, vielleicht sogar Lebensüberdruss, ist nichts mehr zu spüren.

„Twelve“ läuft im Maxx-Kino Hameln derzeit täglich um 21 Uhr.



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