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Humorvoll: Heinrich Steinfest liest im Kunstkreis Hameln

Wenn der Außerirdische eine Schlägerei anzettelt…

Hameln. Ein Wiener Autor ohne Schmäh, der 1961 in Albury, Australien, geboren, Stuttgart seine Heimat nennt – ist das schon ein Kosmopolit? Heinrich Steinfest erscheint so. Und wenn er im Kunstkreis Hameln von dem netten 1000-jährigen Xler von nebenan erzählt, dem Außerirdischen aus dem Stuttgarter Umland, der in seinem neuesten Buch „Gewitter über Pluto“ in einem Berghotel im amerikanischen Oregon mit seiner Frau gemütlich plaudernd im Restaurant sitzt und unvermittelt diese Schlägerei mit drei Arabern und einigen Amerikaner anzettelt, dann glaubt man ihm bei den Gedankengängen seiner Figur zumindest, dass er weiß, was kosmopolitisch ist.

veröffentlicht am 28.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Andrea Gerstenberger
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Wenn es gerade nicht so gut läuft beim Schreiben, geht der begeisterte Hausmann und Vater, der im festen zwei Tagesrhythmus von 8 Uhr morgens bis 19 Uhr abends mit einer einstündigen Mittagspause arbeitet, gern mal eine Runde Staubsaugen oder Fenster putzen. Der Schreiber ist genauso außergewöhnlich wie seine Bücher. Das jüngste Werk des Erfolgsautors, der beim Deutschen Krimipreis fast jedes Jahr auf den ersten drei Plätzen zu finden ist, handelt vom Pornodarsteller Lorenz Mohn, der sich im 40. Lebensjahr berufen fühlt, einen Handarbeitsladen aufzumachen. Das bietet viel Platz, um hausbackene Spießigkeit und miefiges Kleinbürgertum unterhaltsam auf pittoreske Gestalten aus der Halbwelt treffen zu lassen.

Es macht Spaß, Heinrich Steinfest dabei zuzuhören. Der leichte Wiener Akzent und die innere Unaufgeregtheit, mit der er liest, fast mehr liebevoll distanziert betrachtend als eigenes vortragend, lassen einen durch die Geschichte schweben. Machen neugierig auf mehr von dieser genialen Mischung aus sprachgewandtem humorvollem Spiel mit Worten und Satzbau, einfallsreichen Handlungssträngen und vor allem den subtil gezeichneten, hintersinnigen Charakteren. Es stellt sich schnell die Frage, wo kommen sie her, diese Filmsequenzen, die einem vor den Augen ablaufen. Ganz einfach, „ich schreibe nur ab, was ich sehe“, erklärt der Autor und fügt hinzu, dass es in der Tat Filme sind, die ihn inspirieren zu diesem Schreibstil, der seine Worte wieder zu Bildern werden lässt.

Gastierte auf Einladung der Buchhandlung von Wedemeyer in Hameln: Heinrich Steinfest. Foto: ag



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