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Mit der Dokumentation „This is it“ setzt sich Michael Jacksons Produktionsleiter selbst ein Denkmal

Wenn das Bonusmaterial ein Kinofilm wird…

Lange schon war Michael Jacksons Karriere auf dem absteigenden Ast. Vom King of Pop degradierte er sich mit jedem Auftritt mehr zum weltfremden Freak. Die für den Sommer angekündigten 50 Konzerte in London sollten sein Image retten. Stattdessen sorgte sein Tod für diese Starverehrung; zur Show kam es nicht. Mit der Dokumentation „This is it“ möchte Kenny Ortega, der sowohl Produktionsleiter der Show als auch Regisseur der Doku war, zeigen, was die Fans gesehen hätten.

veröffentlicht am 29.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Niklas Thoma
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Sicherlich: Es wäre grandios gewesen. Doch der Streifen gewährt kaum echte Einblicke, sondern spult nur Nummer für Nummer der Show ab. Großartige Tanzeinlagen des 50-jährigen Jacko, fulminante Effekte, glückselige Mitwirkende, Interviews mit euphorischen Tänzern und Musikern. All diese Szenen sind nur dazu da, damit Kenny Ortega sich selbstzufrieden auf die Schulter klopfen kann. „Seht her“, will er sagen: „Ich hätte Jacksons Ruf gerettet.“ Wären die Konzerte realisiert und die Show auf DVD veröffentlicht worden, hätte das Filmmaterial nur als zehnminütiges Making-Of seinen Platz gefunden. Was gereicht hätte.

Sicherlich mögen die trauernden Fans fasziniert davon sein, dass Jackson in den Proben mal ein verstohlenes, menschelndes Lächeln entgleitet. Sein Tod aber und was dieser für das Showteam bedeutet haben könnte – auf dem Höhepunkt ihrer Traumkarriere so kurz vor dem Ziel doch nicht auftreten zu können – das alles wird ausgeblendet. Jede Art von Kritik, möglichen Konflikten oder der von so vielen Beteiligten inzwischen zugegebene Umstand, dass Jackson dem Comeback gesundheitlich nicht mehr gewachsen war – es gibt sie nicht. Stattdessen schmeißt Ortega Material auf die Leinwand, das seine Show und seinen Star im besten Licht präsentiert. Nämlich die Momente, in denen Jackson mit größter Präzision immer wieder ein Lied lang in seiner Welt verschwindet und zeigt, dass er seine Musik und Choreografie perfekt beherrscht. In „This is it“ geht es nicht um Michael Jackson. Es geht um Ortega, der sich seine Lorbeeren abholen will, die ihm der Tod seines Stars streitig gemacht hat. Das ist bitter.

„This is it“ läuft im Maxx-Kino Hameln täglich um 15, 17.30 und 20 Uhr, heute und morgen auch um 22.30 Uhr.



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