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Zwischen „Sofa Song“ und „Seaside“: The Kooks im ausverkauften Ringlokschuppen

Wenn Couch-Kartoffeln Konzerte geben…

Bielefeld. Er liebt sie. Er liebt sie nicht. Sie liebt ihn. Sie liebt ihn nicht. Und überhaupt liebt er sie viel mehr als sie ihn – auch wenn es nicht einfach für ihn ist, sie zu lieben. Ah ja. Und für all diese Songtexte, die einen fabelhaften „Nur-die-Liebe-zählt“-Soundtrack abgeben würden, lieben die Fans ihn: The- Kooks-Frontmann Luke Pritchard, der nicht wie Supportband Auletta „Pöbelei und Poesie“, sondern massenkompatible Ballädchen unters Volk schunkelt. Das ist am Mittwochabend im Ringlokschuppen zum einzigen deutschen Klubkonzert der laut MTV „besten britischen Band 2006“ natürlich zahlreich erschienen. Und gut sind die Musiker aus Brighton auch noch drei Jahre nach Gewinn des Awards. Besonders, wenn man mal über ihre vielen belanglosen und immer gleichen Textzeilen hinweghört.

veröffentlicht am 04.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:41 Uhr

Step-Aerobic mit Gitarre: der 24-jährige Frontmann Luke Pritchar

Autor:

Julia Marre
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Indie-Pop für Plüschpuschenträger

Anfang der Woche noch traten die Briten beim niederländischen Pinkpop-Festival auf, heute stehen sie bereits bei Rock im Park, Sonntag bei Rock am Ring auf der Bühne. Dabei ist ihr Indie-Rock im Grunde eher Pop, zu dem sich in Plüsch-Puschen auf dem Wohnzimmerteppich schwofen lässt: einprägsam, melodisch, zappelig, gemütlich, manchmal fast behäbig. Keine Musik, bei der man ein Nackensteak auf den Grill wirft.

Da überrascht beim 80-minütigen Auftritt beinahe schon, dass ein Song mal anders klingt als auf den bisherigen zwei Platten. Ein brutzelndes Vorspiel, schluchzende Gitarren und The-Police-Gedächtnis-Akkorde putzen „Do you wanna“ effektiv zum Live-Kracher heraus. Als i-Tüpfelchen gibt’s sogar Sprechgesang-Spielchen mit den „beautiful girls“ aus den ersten 30 Reihen im sonst recht abgeklärten Hit-an-Hit-Konzert, das für Improvisation leider wenig Platz hat.

Sonnengelb leuchten die Scheinwerfer während des heiteren „Shine On“ minutenlang. Bei „Love it all“ hummelt die Gitarre auch mal ein Solöchen. Und das melancholische „One last time“ lässt Wolken aufziehen, ehe Leadgitarrist Hugh Harris in der dritten Zugabe „Stormy Weather“ ein für The-Kooks-Verhältnisse ausgiebiges Solo abbrennt. Als krönender Abschluss eines harmonischen Konzerts darf mit dem „Sofa Song“ selbstverständlich das Lied nicht fehlen, das zum internationalen Durchbruch führte. Dann rufen sie auch schon: die Plüsch-Puschen.



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