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Musikwochen Weserbergland starteten eindrucksvoll mit preisgekröntem Ensemble

Wein im Kreuzgang, Konzert im Stift

FISCHBECK. Schon lange vor Konzertbeginn war das Kirchenschiff fast voll besetzt. Immer mehr Besucher drängten vom Busparkplatz des eigens eingerichteten Shuttle-Service in die Stiftskirche. Eine echte Herausforderung für die Organisatoren. Mit dem Eröffnungskonzert des internationale renommierten Ensembles „Capella de la Torre“, das bereits zum zweiten Mal in Fischbeck gastierte, hatten die Veranstalter der „Musikwochen Weserbergland“ eines der führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit verpflichten können.

veröffentlicht am 07.05.2018 um 18:30 Uhr

Gelungener Auftakt der Musikwochen Weserbergland: Das internationale renommierte Ensemble „Capella de la Torre“ erntete für seinen Auftritt im Stift Fischbeck viel Beifall. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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„Nach einem Gastspiel im Rahmen der Reihe ‚Wege durch das Land‘ jetzt zur Eröffnung der 30. Auflage der Musikwochen, die erstmals in Fischbeck beginnen“, freute sich auch Äbtissin Katrin Woitack auf Ensemble und Konzert.

„Fischbeck ist einer der schönsten Orte für diese Musik“, so Kreiskantorin Christiane Klein aus Bodenwerder, die zusammen mit Kreiskantor Stefan Vanselow vom Kirchenkreis Hameln-Pyrmont für die Programmgestaltung zuständig ist. „Gib uns Frieden!“, so das Leitthema der Jubiläumsausgabe der „Musikwochen Weserbergland“. Christiane Klein: „Das Jubiläumsjahr beginnt mit der Capella de la Torre, aber auch das Bundesjugend-Jazzorchester und als absoluter Höhepunkt der Thomanerchor aus Leipzig werden bei den diesjährigen Musikwochen dabei sein. Der ist noch nie im Weserbergland aufgetreten.“

Organisiert wird das anspruchsvolle Programm ausschließlich durch etwa 60 ehrenamtliche Helfer aus beiden Kirchenkreisen. „So können die Einnahmen fast ausschließlich wieder in die Musik investiert werden“, erklärt Jürgen Harms, der für die technische Leitung der acht Konzertveranstaltungen verantwortlich ist. „Die Musiker kommen gerne, denn bei uns treffen sie auf ausnahmslos volle Häuser, da jeder Gast nach seinem persönlichen Kulturbudget zahlt, also gibt, was er will.“ Das „selbstbestimmte Eintrittsgeld“ hat sich bewährt. „Am Schluss haben wir im Schnitt 300 Besucher pro Veranstaltung und neun Euro Eintrittsgeld“, lässt Harms wissen. Kein Vergleich mit hochpreisigen Festivals andernorts.

Zum Auftakt im ehrwürdigen Stift Fischbeck gab es Wein im Kreuzgang, Führungen durch die wunderschönen Gärten und eine Quilt-Ausstellung der Konventualin und ehemaligen Äbtissin Ursula Boysen, aus deren Erlös die Restaurierung der Holzskulptur des heiligen Johannes, des Namensgebers des Stifts, finanziert werden soll.

Da Pacem Domine („Verleih uns Frieden gnädiglich“) lautete das Motto des Konzertes der „Capella de la Torre“. So präsentierte das Ensemble den gregorianischen Antiphon in verschiedenen Bearbeitungen und stellte dem Lutherlied „Verleih uns Frieden gnädiglich“ Beispiele der Musikform „Battaglia“ (italienisch für „Schlacht“) gegenüber.

Im Stift erklangen dabei neben „A la Battaglia“ von Heinrich Isaac und Johann Walters Bearbeitung von „Ein feste Burg“ auch diverse Canti unbekannter Verfasser aus der Zeit der Renaissance und Tylman Susatos „Pavana Battaglia“. Reizvolle musikalische Gegensätze aus den Zeiten der gewaltsamen Glaubenskonflikte im Dreißigjährigen Krieg.

Die Arbeit mit musikhistorischen Quellen ist eines der hervorstechenden Merkmale des 2016 mit dem Echo Klassik ausgezeichneten Renaissance-Ensembles, das auch in der Fischbecker Stiftskirche die dennoch vereinende Kraft der Musik des 14. bis 17. Jahrhunderts eindrucksvoll auferstehen ließ.



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