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Nutzlose Kunst? Von wegen: Eine Design-Ausstellung im Museum August Kestner zeigt „Die Essenz der Dinge“

Was die Eierpappe im Museum zu suchen hat

Hannover. Der Gedanke, eine große Ausstellung dem Design, also den Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Technik zu widmen, ist vom Museum August Kestner in vorbildlicher Weise realisiert worden. Unter dem Titel „Die Essenz der Dinge“ werden Gegenstände, Produkte, Kunst und ihre ästhetischen Qualitäten anschaulich gemacht.

veröffentlicht am 02.05.2011 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 20:21 Uhr

Vom Faustkeil bis zum Sixpack-Carrier: Objekte aus dem Prolog der Ausstellung.  Foto: Collection Vitra Design Museum/Andreas Süt

Autor:

Klaus Zimmer
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Angesichts der industriellen Revolution, die einst menschliche Tätigkeiten in kunstlose Technik und nutzlose Kunst spaltete, fühlten sich moderne Künstler, Ingenieure, Architekten nach dem überwundenen Sektierergeist der Anfänge zu radikalen Eingriffen und Umwandlungen aufgerufen.

In dieser Ausstellung – konzipiert vom Vitra Design Museum Weil am Rhein – und neu gestaltet, wird die Entwicklung vorbildlicher Objekte, entworfen von genialen Wegbereitern, beleuchtet. Aus einer Vielfalt dieser Phänomene nur ein paar Beispiele: etwa der legendäre Stuhl No.14 von Thonet, nach seiner Idee, Holz unter Einwirkung von Dampf zu biegen, der ab 1842 in Wien hergestellt wurde. Zu sehen sind auch Möbel und Produktdesign von Dieter Rams, Gerrit Rietveld, den Eames, Max Bill, der sich auch als Maler für eine strenge geometrische Ordnung einsetzte.

Oder eigentlich ein Sonderfall: der berühmte Architekt Le Corbusier, ein wahrer Allroundman, der nicht nur die bekannte Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp schuf, sondern auch Produkte wie den so herrlich bequemen Sessel von 1928. Und so führt ein roter Faden weiter über Jasper Morrison bis hin zum iPod. Und last, but not least: Von hoher Qualität zeugen auch die Fotografien aus Architektur, Mode und Kunst.

Zu Beginn der Zwanziger Jahre besaß das aus dem englischen Sprachraum stammende Wort Design noch nicht die heute bekannte Bedeutung. In Deutschland hatte jedoch Friedrich Naumann bereits 1906 den Begriff Industriekultur geprägt. Walter Gropius formulierte das 1926 so: „Jedes Ding ist bestimmt durch sein Wesen; um es so zu gestalten, dass es richtig funktioniert, muss sein Wesen erforscht werden, denn es soll seinem Zweck vollendet dienen, dauerhaft, billig und wohlgestaltet sein.“

Die Ausstellung im Museum August Kestner ist zu sehen bis zum 26. Juni: dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 11 bis 20 Uhr, freitags bei freiem Eintritt.



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