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Sumpfblume: Percussionisten-Duo „Double Drums“ begeistert

Wahre Begeisterungsstürme

Hameln. Schon bei ihrem Auftritt beim Kulturfestival „In der Höfen“ hatte das Percussion-Duo „Double Drums“ die Hamelner rundum begeistert. Auch mit ihrem furiosen Konzert in der „Sumpfblume“ ernteten die beiden Münchner Philipp Jungk und Alexander Glöggler wahre Begeisterungsstürme eines frenetisch applaudierenden Publikums. Als Dank traktierten die beiden Rhythmuswunder als erste Zugabe überaus gekonnt zwei normale Haushaltsleitern und einige Plastikeimer.

veröffentlicht am 06.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:21 Uhr

Philipp Jungk (li.) und Alexander Glöggler.  Foto: Wolf

Autor:

Ernst August Wolf
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Glöggler und Jungk überraschten nicht nur durch ihre hohe technische Perfektion, absolute Professionalität und ein Höchstmaß an Konzentration, sondern ließen das Publikum vor allem eintauchen in faszinierende Klang-, Farb- und Bilderwelten, gleich ob durch die elementare Kraft einer siebenteiligen Bearbeitung der „Walpurgisnacht“ aus Goethes Faust, die archaische Rhythmik afrikanischer Landschaften, die sirrenden Stille einer in Töne gesetzten Wüste Taklamakan oder die Live-Vertonung einer Kurzfilm-Fahrt durch New Yorker Straßenschluchten.

In einem spannungsreichen, lustvollen Konzerterlebnis präsentierten die beiden jungen Musiker eine gelungene Synthese traditioneller Percussion mit Multimedia-Stilelementen und Neuer Musik. Innovative Schlagwerksounds kontrastierten mit Marimbaphonklängen, mal meditativ, mal virtuos, immer aber von höchster technischer Qualität. Hervorragende Drumloops rissen das Publikum ebenso mit wie die unbändige Experimentier- und Spielfreude der perfekt auf- einander eingespielten Akteure, die auf Donnerblech und Mülltonnen, auf Pappkartons und Haushaltstöpfen ihre ganze Musikalität entfalteten.

Glöggler und Jungk ließen den Funken überspringen, demonstrierten überdies mit einer Publikumseinlage, einem Klatsch-Kanon, wie schwer es ist, einen Rhythmus konsequent durchzuhalten.

Ein Abend mit unerhörter Bandbreite: eben noch schicksalsschwerer „Faust“, gleich darauf das Trommelduell „Bayern gegen Sechziger“.

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