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Herrlich skurrile und bittersüße Weihnachtsfeier mit „Die bösen Schwestern“ im ausverkauften Lalu

Vorsicht! Die Zimtsterne sind abgezählt

Hameln. So randvoll hat man die Hamelner Traumfabrik Lalu im Hefehof wohl lange nicht mehr erlebt. Die mehr als drangvolle Enge war eindrucksvoller Beleg dafür, dass das Theater-Duo „Die bösen Schwestern“ aus Hannover nicht nur eine treue Hamelner Fan-Gemeinde, sondern sich über die Jahre auch das Prädikat „Kultveranstaltung“ erarbeitet hat. Wer möchte sie denn auch missen, die herrlich skurrile, mit einem Schuss Bitterkeit garnierte Weihnachtsfeier im Herz-Maria-Jesu-Altenheim.

veröffentlicht am 15.12.2013 um 15:49 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Deren Witz und Originalität steckt ebenso an wie das Lachen von Adrian Anders als Magda. Es dauert nur wenige Augenblicke, dann waren auch die 36 erwartungsfrohen und amüsierwilligen Gäste der Rechtsabteilung des BHW ebenso begeistert wie die Mitarbeiter der Sparkasse Weserbergland, die sich statt einer traditionellen Weihnachtsfeier diesmal von den „bösen Schwestern“ unterhalten lassen wollten.

Mitunter derb und mit einer bittersüßen Grundstimmung präsentierten Adrian Anderson als Magda und sein Partner Chris Palmer als ungarische Diva Anita Palmerova ihre Geschichten. Eine gelungene Mischung aus Komik, tiefgründigen Wortspielereien, witzigen Musikeinlagen, und angesichts einer leeren Flasche Eierlikör beweisen die beiden, wie beredt selbst Schweigen sein kann.

Beiden Akteuren gelingt eine überzeugende Gratwanderung zwischen verbalem Slapstick, gekonnt vorgetragenen musikalischen Blödeleien, einer Handlung voll satter Situationskomik und einer humorvollen Ansprache und Einbeziehung ihres Publikums, das kurzerhand zu Altersheim-Insassen umfunktioniert wird.

Da reduzieren sich die Zimtsterne, die Bischof Engelhart eigentlich nur für die Obdachlosen in der letzten Reihe gebacken hat, auf unerklärliche Weise, da geht der Eierlikör zur Neige, und Pastor Laube wird seine Strohsterne in diesem Jahr wohl in einer Zimmer hinter Gittern hängen müssen.

Was die beiden Akteure auf die Bühne bringen, lebt sowohl vom Wortwitz wie von den beiden ganz gegensätzlichen Charakteren: hier die ihren sentimentalen Erinnerungen verhaftete Ex-Diva Palmerova, dort die fortwährend vor sich hinkichernde, schlagfertige Bürokraft Magda. Das Spiel der beiden trifft zielsicher den Amüsiernerv des begeisterten Publikums. „Keine Ahnung, wie ich Weihnachten im Alter feiern werde, wenn die Kinder aus dem Haus sind“, sinniert ein Herr am Nebentisch. Und Magda Anderson ruft ihm von der Bühne aus lachend zu: „Feiern Sie heute, denn morgen haben Sie´s in ihrem Alter doch schon wieder vergessen!“



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