weather-image
15°
Musical erzählt Leben der österreichischen Pop-Ikone

Vor 20 Jahre starb Falco: Musical macht Station in Hameln

WIEN/HAMELN. Am 6. Februar 1998 kam Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben. Der Schock in der Musikwelt in Österreich und Deutschland saß tief. Zum 20. Todestag der österreichischen Popikone lässt „Falco – das Musical“ den ,Falken‘ wieder fliegen.

veröffentlicht am 05.02.2018 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 05.02.2018 um 18:50 Uhr

Musiklegende Falco starb am 6. Februar 1998. Ein Musical feiert ihn und seine Hits. Foto: dpa
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

4000 Fans begleiteten Falco, mit bürgerlichem Namen Hans Hölzel, auf seinem letzten Weg auf dem Wiener Zentralfriedhof. Sie trösteten sich mit dem Kauf des posthum veröffentlichten Albums „Out of the Dark“, das zusammen mit der Single mehr als fünf Millionen Mal verkauft wurde. Der Aufstieg des Wieners, sein turbulentes Leben, seine umstrittenen Songs, sein Niedergang, sein Comeback, sein Tod mit nur 40 Jahren – alles Zutaten für ein prominentes Nachleben.

Zum 20. Todestag der österreichischen Popikone lässt „Falco – das Musical“ den ,Falken‘ wieder fliegen. Als „tiefe Verbeugung vor dem österreichischen Genie“ will sich die Musical-Inszenierung verstanden wissen, die am Donnerstag, 22. März, in der Hamelner Rattenfänger-Halle gastiert. Auf der Bühne erwecken Alexander Kerbst und Stefan Wessel die Hits des österreichischen Weltstar zu neuem Leben. „Falco auf der Bühne authentisch darzustellen ist sehr schwer“, sagt Horst Bork, Falcos ehemaliger Manager und Autor der Falco- Biographie „Die Wahrheit“. Im Interview blick Bork zurück auf die 20 Jahre, die er mit Falco verbrachte.

Herr Bork, wie war Ihre erste Begegnung mit Falco, der damals ja noch Johann „Hans“ Hölzel hieß?

Alexander Kerbst als Falco. Foto: Marcel Klette
  • Alexander Kerbst als Falco. Foto: Marcel Klette
Der echte Falco (re.) mit seinem ehemaligen Manager Horst Bork. Foto: Teldec
  • Der echte Falco (re.) mit seinem ehemaligen Manager Horst Bork. Foto: Teldec

Horst Bork: Ich hatte damals die Wiener-Anarcho-Truppe Drahdiwaberl unter Vertrag, dort hat Hans Hölzel Bass gespielt. Nach einem Konzert in der Wiener Stadthalle haben wir uns anschließend noch zu einem späten Abendessen getroffen und da habe ich mich das erste Mal sehr ausführlich mit Hans unterhalten. Er war sehr schüchtern, aber sehr bestimmt und sprach bereits damals sehr intensiv über seine Solo-Karriere.

„Der Kommissar“ war der Beginn von Falcos Karriere, war das ein leichter Start?

Mit Falco war nie etwas leicht. Beim „Kommissar“ gab es eine sehr intensive Diskussion, ob das eine Single-A-Seite sei. Hans selbst hielt „Helden von heut’“ für wesentlich tauglicher. Als das geklärt war, begann der Ärger mit den Radiostationen, weil die das nicht spielen wollten. Es war ein langer Weg über die alternativen Stationen in den USA zu den deutschen Radiosendern.

Falco verdient dieses Denkmal.

Falcos E-Manager Horst Bork über das Musical

Wie kann man der komplexen Persönlichkeit Falco mit einem Musical gerecht werden?

Diese Frage haben sich Autoren, Produzent, Regisseur und Darsteller auch immer wieder gestellt. Da kann man es sich natürlich leicht machen und einfach sagen: gar nicht! Das wäre aber schade gewesen – denn Falco verdient dieses Denkmal! Ich habe mich oft und lange mit dem Regisseur Peter Rein unterhalten und mit ihm diskutiert. Es ist natürlich ein schwieriger Stoff. Auf der einen Seite soll das Musical unterhalten und den Star rühmen. Auf der anderen Seite gibt es die Schattenseiten in Falcos Leben, die man nicht verschweigen kann und auch nicht verschweigen sollte. Dem Musical gelingt beides. Falco ist ja für viele Menschen nur noch eine verschwommene Erinnerung. Das Musical kann den Menschen, den Weltstar und den perfekten Live-Performer wieder frisch ins Gedächtnis bringen und einiges von der Faszination vermitteln, die Falco damals zum Weltstar gemacht hat. Die Kreativen der Show arbeiten mit Schlaglichtern, mit Episoden und Extremen – vor allem aber mit kunstvoller Exzentrik, plakativer Staffage und mit beeindruckender Live-Performance von Band, Sängern und Tänzern. Wenn überhaupt, kann man Falco auf der Bühne vielleicht nur so darstellen – und dem Hans hätte es sicher gefallen!

Für die Rolle des Falco wurden Alexander Kerbst und Stefan Wessel verpflichtet. Kann man Falco in seiner Extravaganz, seinem Auftreten und seiner Sprache überhaupt gerecht werden?

Falco auf der Bühne authentisch darzustellen ist sehr schwer. Für das, was Falco gemacht hat, haben wir ein eigenes Wort, „Falconizing“, kreiert. Die Art seine Musik zu interpretieren und gleichzeitig die typischen Falco-Attitüden zu wahren ist eigentlich unnachahmlich. Einige wenige Menschen auf der Welt können das aber. Dafür muss man einerseits ein angeborenes Talent haben und andererseits sehr viel Arbeit investieren. Auf unsere beiden Darsteller trifft beides zu.

Waren Falco und Hans Hölzel zwei verschiedene Personen?

Hans Hölzel spielt Falco war immer meine Ansage, aber häufig konnte man die beiden Charaktere nicht mehr auseinanderhalten, die Grenzen waren fließend.

Wie stehen Sie heute zu Falco?

Wir haben fast 20 Jahre unseres Lebens gemeinsam verbracht, das wird immer ein wesentlicher Teil meines Lebens bleiben. Ich bedauere sehr, dass er so früh aus dem Leben geschieden ist. Ich bin mir sicher, er hätte musikalisch noch vieles auf die Beine stellen können. Falco war immer für einen Hit gut.red

Termin: „Falco – das Musical“, Donnerstag, 22. März, 20 Uhr, Rattenfänger-Halle, Hameln, Eintrittskarten im Dewezet-Ticketshop.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt