weather-image
22°

Von wegen: carne vale!

Hameln. So wenig überzeugend das Libretto - die Musik macht alles wieder wett bei der Operette "Eine Nacht in Venedig" aus der Feder von Johann Strauß, Sohn. Und wieder einmal überraschte das Theater für Niedersachsen mit einer hervorragenden Aufführung, einem hübschen Bühnenbild und traumhaft schönenKostümen Vor allem aber waren es die Sänger, die auch diesmal wieder überzeugten.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 12:39 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:21 Uhr

ku
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hameln. Zugegeben: es gibt bessere Libretti – allerdings: auch schlechtere. Sehr viel schlechtere. Abgesehen davon – was ist schon eine literarische Vorlage gegen diese Musik, die Johann Strauß Filius da aus dem „Graben“ zaubert. Schwungvolle Leichtigkeit und eine karnevaleske Stimmung, die immer auch die Gegend unterhalb des Nabels meint.
 Was für ein Melodienreichtum und Stimmungszauber. Und allemal Basis für einen ebenso unbeschwert unterhaltsamen wie beschwingten Abend. Genau das Richtige nach zu viel Gans, Fett und viel zu viel Süßem und manchmal auch zu viel Familie.  Das Theater für Niedersachsen (TfN) am zweiten Weihnachtstag aus Hildesheim angereist, spielt perfekt mit. Hat sich nach Entwürfen von Karin Fritz ein hübsches Bühnenbild bauen lassen mit zwei portalgroßen Bilderrahmen in Gold, die als Rudimente auch die Rampe begrenzen. Rahmen für Bilder.
 So beginnt – nach der Ouvertüre, auf die auch ein Rossini hätte stolz sein können – das Stück mit einem Bild im Bild wie ein Schattenriss und Figuren der Comedia dell’arte mit Pantalone, Pierrot und dem ewigen Buffo-Paar Harlekin und Kolumbine. Bezaubernd auch die Eulen-Choreografie (Natascha Flindt), die Gondeln, die im Hintergrund vorbei ziehen und die liebevoll arrangierten Ensembles.
 Vor allem aber: Barbara (Julia Riemer), Annina (Antonia Radneva) und ganz besonders Luise Hansen als hinreißende Ciboletta. Eine Augenweide alle drei. Annina, ein Fischermädchen und Ciboletta, Barbaras Zofe, die beide für den Herzog als „Barbara“ herhalten müssen. Und alle drei bildhübsch und betörende Sängerinnen. Und die Ciboletta eine Komödiantin reinsten Wassers – da stimmt einfach alles. Wie nebenbei: ganz große Schauspielkunst.
 Fast ebenbürtig auch das verliebte – egal in wen oder was, Hauptsache entflammte – Männertrio mit dem Genießer-Herzog Christian S. Malchow, seinem Figaro Caramello (Konstantinos Klironomos) und dem Makkaronikoch Pappacoda alias Jan Kristof Schliep. Und der traumhaft schöne Lagunen-Walzer „Ach, wie so herrlich zu schaun...“, was sich ideal auf „Fraun“ reimt – bei ihnen nicht nur stimmlich in besten tenoralen Höhen. Und auch das Senatoren-Trio um Delaqua (Uwe Tobias Hieronimi) – mit seiner verzweifelten Suche nach „Barbara“ und damit nichts weniger als ein Publikumsliebling – mit Piet Bruninx als Barbaruccio und Dirk Flindt als Testaccio eindeutig blendend besetzt.
 Unter der Leitung von Daniel Stratievsky dürfen auch Chor und das Orchester des TfN glänzen – und was das Publikum wohl besonders gefreut hat: tolle Kostüme und eine Regie (Wolfgang Quetes) die auf Modernismen verzichtet und das Alte alt und doch ganz modern inszeniert. Das geht – auch Ende 2013. Quod erat demonstrandum. Was zu beweisen war.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?