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Felix Landerer begann in Hameln mit dem Tanzen – heute steht er auf großen Theaterbühnen im Rampenlicht

Von der Jazzdance-AG zum gefragten Choreografen

Hannover. Adrenalin und Aufregung sind das Elixier, das Felix Landerer bei seinen Auftritten auskostet. Von den Fingerspitzen bis in die Zehen ist der athletische Körper des jungen Mannes mit den kurzen blonden Haaren angespannt. Sprünge, Drehungen, Rollen – auf der Bühne muss jeder Bewegungsablauf stimmen. In Bielefeld, Nordhausen, Kiel und beim Staatstheater Hannover hat Landerer schon im Rampenlicht gestanden. Den Grundstein für seine Karriere hat er allerdings in Hameln gelegt.

veröffentlicht am 22.10.2010 um 12:12 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

Julia Henke
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Aufgewachsen in Fischbeck, besucht er das Schiller-Gymnasium. Mit 16 Jahren lässt er sich von seiner Schwester zur Jazzdance-AG überreden. Wenn er daran denkt, verziehen sich seine Mundwinkel zu einem breiten Grinsen. „Ich habe mitgemacht, weil ich etwas Besonderes tun wollte“, erklärt Landerer. In seiner tänzerischen Laufbahn räumt er dem Kurs keinen nennenswerten Stellenwert ein. Schließlich sei er höchstens dreimal dabei gewesen und seine Lehrerin habe weder über Rhythmus- noch über Taktgefühl verfügt. Dennoch kommt er dort das erste Mal mit Tanz in Berührung.

Es folgen Stunden in der Tanzschule Dornfeld/Retkowski. In Landerer reift die Idee, sein Hobby zum Beruf zu machen. So wechselt er für zwei Schuljahre an das Gymnasium Essen-Werden. Neben dem Schulunterricht erhält er dort täglich drei Stunden professionelles Tanztraining. „Da habe ich begriffen, dass Tanzen harte Arbeit bedeutet“, sagt der 35-Jährige. Doch die Herausforderung nimmt er gerne an; in Frankfurt absolviert er eine Ausbildung zum Bühnentänzer. 2006 gelangt Landerer jedoch an einen Punkt, an dem „die Luft raus ist“. Sechs Jahre lang hat er mit Choreograf Stephan Thoss zusammengearbeitet – „eine körperlich und physisch sehr anstrengende Zeit“. Anstatt die Ideen eines anderen umzusetzen, möchte er sein eigenes kreatives Potenzial ausschöpfen.

Als Choreograf schlüpft Landerer in die Rolle eines Drehbuchautors, Tänzers und Regisseurs in einer Person. Er überlegt sich ein Thema, lässt Bilder einfließen, die ihn bewegen: Alltagsszenen aus der Straßenbahn oder persönliche Erfahrungen. Diese übersetzt er in eine Bewegungsästhetik. „Ich überlege, was ich erzählen will und wie ich die Ideen mit Tanz umsetzen kann.“

Als „unglaublich spannenden Prozess“ beschreibt der Choreograf erste Proben mit den Tänzern. Ihnen vermittelt er seine Bewegungsvorstellungen. Dass seine Tanzstücke beim Publikum ankommen, hat Landerer nicht zuletzt im April beim 24. Internationalen Choreografenwettbewerb in Hannover beweisen können: Die Jury bedenkt ihn gleich mit zwei Preisen. Der Produktionspreis des Scapino Ballets Rotterdam wird den Choreografen im Mai 2011 nach Holland führen, wo er mit dem hauseigenen Ballett-Ensemble ein Gastspiel einstudieren wird.

Vorher stehen weitere Projekte an: Im November beginnt der Hannoveraner mit einer Choreografie an der Tanzbar Bremen. Dort wird er mit behinderten und nicht-behinderten Tänzern arbeiten. „So etwas habe ich noch nie gemacht – das ist eine tolle Herausforderung“, sagt Landerer. Im Frühjahr stellt er mit der Commedia Futura in der Eisfabrik Hannover ein Stück über „virtuelle Realitäten und Traumwelten“ auf die Beine.

Besser könnte es für ihn zurzeit nicht laufen: „Es ist toll, wenn man mit dem, was man liebt, Geld verdienen kann.“ Dass er so weit gekommen ist, dankt der begabte Choreograf vor allem seinen Eltern: „Sie hatten den Mut, mir diesen Weg zu erlauben – trotz eines Umfeldes, in dem Kunst und Tanz nicht präsent waren.“

„Spaß und Freizeit haben nichts mit Bühnentanz zu tun“, sagt Felix Landerer. Der 35-Jährige gewann im Frühjahr den 24. Internationalen Choreografenwettbewerb in Hannover.

Foto: jhe



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