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Orgelkonzert mit Bernhard Haas

Von Buxtehude bis Finnissy

Hameln. Das dritte Konzert des 15. Orgelfestes führte den Organisten Bernhard Haas in die Urzelle dieser Konzertreihe, die Hamelner Marktkirche St. Nicolai. Dazu brachte der Stuttgarter Orgelprofessor ein Programm mit, das von Buxtehude bis Finnissy und damit ins 21. Jahrhundert reichte. Gleichzeitig stellte sich Haas mit der Übertragung des Kopfsatzes von Bruckners erster Sinfonie in eine Orgelfassung auch als Bearbeiter vor. Ein interessantes Programm allemal, in dem sich Spannungsfelder öffneten.

veröffentlicht am 11.09.2012 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:41 Uhr

Autor:

Karla Langehein
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Ein größerer Kontrast als der zwischen Altmeister Buxtehude und unserem Zeitgenossen Finnissy ist kaum vorstellbar. Der eine verhilft jedem Hörer mit konsequenter Themenverarbeitung und in streng durchgeführter Form zum inneren Verständnis der Komposition. Dagegen arbeitet Finnissy vorwiegend mit engen Intervallen, teils auch wegen ihrer Lautstärke schmerzhaft dissonanten Akkordhäufungen, wobei formale und thematische Strukturen zumindest bei erstem Hören nur schwer nachvollziehbar sind.

Das Bild und die Meisterschaft des Organisten Haas erhellte sich bereits bei Buxtehudes Präludium und später auch an anderen Positionen des Programms. So bietet Bachs Partita „Sey gegrüßet, Jesu gütig“ mit ihren zehn Variationen und der als Rahmen unterschiedlich gesetzten Choralmelodie ein großes Spielfeld. Haas nutzte es, indem er den einzelnen Abschnitten mit immer neuen Klangfarben große Plastizität verlieh.

Seine Meisterschaft im Umgang mit den Registern, wie sie zuvor auch die anrührende Schlichtheit des Mendelssohnschen Andantes spiegelte, leitete Haas wohl auch zur Übertragung der Bruckner-Partitur ins Orgelwerk. Eine imposante Arbeit, die zudem am Instrument höchste Virtuosität fordert – kein Problem für Bernhard Haas, der für dieses bewundernswerte Spiel langen Beifall erhielt. Bleibt bei allem Verständnis für persönliche Wünsche (und vielleicht auch eine Art sportlichen Ehrgeiz): Warum muss eine Brucknersche Orchesterpartitur unter Inkaufnahme von erheblichen Substanzverlusten bei Instrumentation und Dynamik in den Orgelklang transponiert werden? Zumal der Linzer Domorganist natürlich auch für sein Instrument komponierte. Das am Rande, denn insgesamt war auch dieses dritte Orgelfestkonzert ein erfreuliches Erlebnis, zumal Haas es am Ende mit Contrapunctus I und II aus Bachs Kunst der Fuge krönte.

Das Orgelfest geht am Donnerstag um 19.30 Uhr weiter: Es gastiert die italienische Orgel-Professorin Margherita Dalla Vecchia aus Vincenza in der Gutskapelle in Welsede. Sie spielt Musik des 17. Jahrhunderts unter dem Titel „Von Neapel bis Lübeck“. Anmeldung zum Konzerttransfer von Hameln nach Welsede unter Tel. 0 51 51/ 67 81 63.



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