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Orgelwochen Weserbergland starten in die dritte Runde

Von Bach bis zur Jungfrau von Orléans

WESERBERGLAND. Orgelbegeisterte kommen wieder voll auf ihre Kosten, wenn die „Orgelwochen Weserbergland“ ihre dritte Auflage erleben. Das kleine, aber feine Orgelfestival stellt wertvolle Orgeln in eindrucksvolle Kirchen vor.

veröffentlicht am 15.08.2018 um 18:35 Uhr

Ludger Lohmann spielt zum Auftakt der Orgelwochen in der St.-Petri-Kirche Flegessen. Foto: palmerprojekt

Autor:

Gabriele Müller
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Nach dem großen Erfolg vor zwei Jahren wird diesmal wieder ein Stummfilm mit Live-Orgelimprovisation im Programm stehen: „Die Passion der Jungfrau von Orléans“ (1928) gilt als einer der bedeutendsten Filme der Filmgeschichte; der Würzburger Domorganist Stefan Schmidt begleitet ihn in der Hamelner Marktkirche – an der größten Orgel des Kirchenkreises.

Außerdem gibt es wieder ein Orgelkonzert für Familien, bei dem auch Hamelner Kinder mitwirken. Und schließlich kommen zwei renommierte Orgelprofessoren von der Musikhochschule Stuttgart – der Kaderschmiede des deutschen Orgelnachwuchses – ins Weserbergland, um „klassische“ Orgelkonzerte an den Orgel-Kleinoden in Flegessen und Welsede zu geben. Und auch dieses Jahr ist der Eintritt frei in allen Konzerten, Spenden sind erbeten.

Sonntag, 26. August, 17 Uhr,St.-Petri-Kirche Flegessen,Kirchstraße 9, Bad Münder: Ludger Lohmann aus Stuttgart spielt Vater Bach und seine musikalischen Nachfahren, Orgelwerke von Bach, Mendelssohn, Brahms und Rheinberger.

Ludger Lohmann, geboren 1954 in Herne/Westfalen, studierte Schul- und Kirchenmusik, Musikwissenschaft, Philosophie und Geographie in Köln. Der Preisträger mehrerer internationaler Orgelwettbewerbe und promovierte Musikwissenschaftler wurde 1983 als Professor an die Musikhochschule Stuttgart berufen. Er konzertiert weltweit, ist gefragtes Jurymitglied vieler internationaler Orgelwettbewerbe und gibt regelmäßig Meisterkurse in zahlreichen Ländern.

StefanVanselow spielt in der Kreuzkirche. foto: pr
  • StefanVanselow spielt in der Kreuzkirche. foto: pr

Kirchen- und Orgelführung um 16.40 Uhr; Konzertdauer bis etwa 18 Uhr; anschließend Organistengespräch.

Sonntag, 9. September, 19.30 Uhr, Marktkirche Hameln, Pferdemarkt: „Die Passion der Jungfrau von Orléans“ (1928), Stummfilm mit Live-Orgelimprovisation von Stefan Schmidt aus Würzburg.

Der Historienfilm „Die Passion der Jungfrau von Orléans“ (Frankreich 1928; Regie: Carl Theodor Dreyer) gilt als einer der einflussreichsten Filme aller Zeiten und als bedeutendes Kunstwerk der frühen Filmgeschichte.

Der erschütternde Stummfilm zeigt die letzten Stunden der französischen Nationalheldin Jeanne d’Arc, die 1431 während des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England nach quälenden Verhören 19-jährig auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.

Stefan Schmidt, Jahrgang 1966, studierte katholische Kirchenmusik in Düsseldorf und legte anschließend das Orgel-Konzertexamen bei Daniel Roth (Paris) an der Musikhochschule Saarbrücken ab. Seit 2005 wirkt er als Domorganist in Würzburg. Er ist ein international gefragter Interpret und Improvisator und begleitet auch regelmäßig künstlerisch wertvolle Stummfilme.

Kirchen- und Orgelführung um 19.10 Uhr; Konzertdauer bis etwa 21.10 Uhr; anschließend Organistengespräch.


Samstag, 15. September, 16 Uhr, Kreuzkirche Hameln, Papengösenanger 15, Hameln: Die fürchterlichen Fünf, Orgelkonzert von Michael Benedict Bender für Menschen ab 5 Jahren, mit Stefan Vanselow, Christine Gleiss (Sprecherin) und Hamelner Kindern.

Eine gruselige Mannschaft trifft sich da im Schatten einer alten Brücke: Es sind die fürchterlichen Fünf! Doch Kröte, Ratte, Fledermaus, Spinne und Hyäne haben keine finsteren Absichten; nein, sie sind verzweifelt, weil keiner sie mag. Das wollen sie ändern – also schmieden sie einen Plan. Eine spannende Geschichte über Außenseiter, Freundschaft, Ausgrenzung und Zusammenhalt nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Wolf Erlbruch.

Die Hamelner Theaterpädagogin und Schauspielerin Christine Gleiss führt zu dem Orgelkonzert ein integratives und inklusives Theaterprojekt mit Kindern aus dem Bildungshaus am Klüt durch, die die Geschichte pantomimisch darstellen.

Nach dem Konzert können sich dann alle noch die Orgel näher anschauen und eine echte Orgelpfeife anfassen.

Stefan Vanselow, Jahrgang 1980, erhielt seine erste musikalische Prägung im Dresdner Kreuzchor und studierte anschließend Chordirigieren und Kirchenmusik in Berlin und London. Nach Stationen als Chorleiter und Kirchenmusiker in Hannover, Bielefeld und Beckum ist er seit April 2015 als Kreiskantor im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont und Kirchenmusiker an der Marktkirche St. Nicolai Hameln tätig. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bildungshaus am Klüt und der Klütschule Hameln statt. Konzertdauer bis etwa 17 Uhr.


Sonntag, 16. September, 17 Uhr, Kapelle des Rittergutes Welsede, Am Wasser 7, Emmerthal. Jörg Halubek aus Stuttgart spielt: Das Mondscheinmanuskript des jugendlichen Bach. Werke von Pachelbel, Buxtehude, Frescobaldi, Froberger und Johann Sebastian Bach.

Jörg Halubek, geboren 1977 in Beckum, studierte Kirchenmusik, Orgel und Cembalo in Stuttgart und spezialisierte sich an der Schola Cantorum Basiliensis auf historische Aufführungspraxis. Als Organist gewann er 2004 den Bach-Wettbewerb in Leipzig und ist seither auf vielen wichtigen Festivals und mit namhaften Orchestern aufgetreten. Seit 2016 ist er Professor für Orgel und Historische Tasteninstrumente an der Musikhochschule Stuttgart.

Information

Konzert-Shuttle mit Platzreservierung

Von Hameln aus besteht Mitfahrgelegenheit zu den Konzertorten. Dafür ist eine Voranmeldung unbedingt erforderlich. Mitfahrende finden in den Kirchen reservierte Plätze vor. Kosten (Hin- und Rückfahrt): 5 Euro (Kinder und Jugendliche frei). Voranmeldung (gegebenenfalls auch Stornierung) unter Telefon 05151/710 62 02; oder per E-Mail: fahrservice@orgelwochen.dered



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