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Dietmar Wischmeyer in der Sumpfblume

Von Arztsocken und Arschbomben

Hameln. Er donnert, poltert, knurrt, schnauzt, zischt, ätzt, motzt, pöbelt und lästert – wäre Dietmar Wischmeyer eine Naturgewalt, müsste die Richterskala seinetwegen wohl neu definiert werden. Aber er ist ja keine. Sondern ein grollender Comedian, der mit seinem verbalen Dauerhagel und moddrig auflaufendem Hochwasser bis unter die Gürtellinie am Donnerstagabend dem begeisterten Publikum im ausverkauften Sumpfblumensaal eine Zugabe schenkt. Und noch eine. Und noch eine.

veröffentlicht am 06.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:41 Uhr

Deftige Kost: Gefühlte 86 Mal spricht Wischmeyer von „Sche

Autor:

Julia Marre
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Warum aus finanziellen Gründen im Zoogehege eine „Arschbombe ins Eisbärenbecken“ zu empfehlen ist? Weshalb die Kevins und Chantals von heute in den 60er Jahren „Flipper“ oder „Lassie“ geheißen hätten? Wieso „Ü-40-Stecher“ sich Piratentücher à la Jack Sparrow auf die Halbglatze schnüren? Die Zuschauer erfahren dies und das und noch viel mehr. Davor, danach, zwischendurch und immer wieder bekommen sie alle ihr Fett weg: Rentner, FKKler, Flughafenbodenpersonal, Telekom-Telefonseelsorger, Aldi-Schnäppchenjäger, Kleinanzeigenaufgebende, Großstadtbrunchende, Ossis, Wessis, Deutsche, Nicht-Deutsche.

Sich selbst bezeichnet Dietmar Wischmeyer als Fäkal-Humoristen – was wohl spätestens ab der Geschichte mit dem Kot-Präsent ans Finanzamt keiner im Saal mehr infrage stellen mag. Aber er ist mehr als das. Auch wenn das Publikum offensichtlich die skurril-derben Rollenspiele des Comedians herbeisehnt: den kleinen Tierfreund mit seiner Filzlaus-Darbietung oder Günther, den Treckerfahrer, und seine Abhandlung über Foxtrott sowie „hinterm-Schützenfestzelt-Löten“. Das mag ganz lustig sein. Am allerbesten jedoch ist Wischmeyer immer dann, wenn er seine mit scharfer Beobachtungsgabe aufgespießten und mit spitzer Zunge formulierten Alltagseigenheiten analysiert: den Eklat an der Grünschnitt-Deponie, den Samstagnachmittag an der SB-Autowaschanlage und die „Hommage an die Maueröffnung“ mit den Dechiffrierversuchen des „Homo Brandenburgiensis“.

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