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Ein Konzert in Zahlen: Die Oratorienkonzerte der Hamelner Kantorei an der Marktkirche sind immer wieder ein logistischer Kraftakt

Von 175 Sängern, 55 Orchestermusikern und 855 verkauften Karten

Hameln (are). Heute von 11 bis 14 Uhr herrscht Hochbetrieb in der Marktkirche: Dann nämlich findet dort die Generalprobe für die beiden Oratorienkonzerte statt. Die zwei Herbstkonzerte sind ein logistischer Kraftakt.

veröffentlicht am 19.11.2010 um 11:38 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:41 Uhr

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175 Sänger sind beteiligt, darunter der Kinderchor der Kantorei und viele Jugendliche. Sie alle treffen sich jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn zum Einsingen im Haus der Kirche. Etwa sechs Monate lang haben sie sich auf dieses Konzertwochenende vorbereitet. Außerdem dabei sind 55 Orchestermusiker: 30 Streicher, 10 Holzbläser, 10 Blechbläser, drei Schlagzeuger, eine Harfe, eine Orgel. Sie alle reisen teilweise mehrere Stunden an, kommen etwa aus Jena, Berlin, Dresden, Leipzig oder Hamburg. Zudem begleitet eine Fülle ehrenamtlicher Helfer die Konzerte: Sie sind unter anderem zuständig für Kartenvorverkauf, Honorarzahlungen, Catering für die Musiker, für das Einsingen des Chores, die Programmheft-Gestaltung oder für Stimmbildung. Etwa 20 Helfer haben die Stühle im Kirchenraum umgestellt, nummeriert und die Orchesterstühle aufgebaut. Außerdem wurden Podeste für den Chor errichtet, eine Klangmuschel für den Männerchor aufgebaut.

Rund eine Stunde und 45 Minuten wird das Konzert mit Begrüßung und Umbaupause dauern. Die Werke sind unterschiedlich lang: Mahlers „Todtenfeier“ lässt sich in 20 Minuten aufführen, Brahms’ „Begräbnisgesang“ in nur sieben Minuten, während die Aufführung seiner Komposition „Ein deutsches Requiem“ 70 Minuten lang dauern wird.

Die Besonderheit der Konzerte: Sowohl Gustav Mahlers symphonische Dichtung als auch Brahms’ „Begräbnisgesang“ sind in ihrer Klanggestalt Uraufführungen. Denn „die Instrumentierung der ‚Todtenfeier‘ stammt von dem renommierten Arrangeur Professor Andreas Tarkmann und seinem Schüler Matthias Bucher von der Musikhochschule Stuttgart“, sagt Kreiskantor Hans Christoph Becker-Foss. Die Arrangeure haben die riesige Orchesterbesetzung Mahlers auf die Besetzung des Brahms-Orchesters reduziert. Den Begräbnisgesang hat Becker-Foss selbst instrumentiert. „Zur reinen Bläserbesetzung von Brahms habe ich das Streichorchester hinzugefügt, um die Kammermusikfassung von Brahms der großen Chorbesetzung anzupassen“, erklärt er. Die Mahlerbearbeitung wird im Verlag „Cecilia Music Concept“ in Köln erscheinen, Auftraggeber und Mitherausgeber ist die Hamelner Kantorei an der Marktkirche.

Obwohl bis Mitte der Woche bereits 855 Eintrittskarten verkauft wurden, sind an den Abendkassen eine Stunde vor Konzertbeginn noch Karten zu haben: Heute beginnt das Konzert um 18, morgen um 17 Uhr.



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