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Michael Douglas spielt in Oliver Stones „Wall Street“-Fortsetzung

Vom Zynismus verabschiedet

Gier ist gut!“ Das sagte Gordon Gekko, dargestellt von Michael Douglas, bereits 1988 in Oliver Stones erstem „Wall Street“-Film. Als bittere Moritat über skrupellose Spekulanten an der Börse New Yorks wurde der Film bekannt. Rendite, also das pure Geldscheffeln, ging den Spekulanten über alles. Darüber hinaus war „Wall Street“ ein Kind seiner Zeit: Der Kapitalismus wurde wieder hoffähig, unterstützt von konservativen Politikern wie Margaret Thatcher und George Bush. Gordon Gekko hingegen wurde mit maßgeschneiderten Hemden, breiten Hosenträgern und zurückgegeltem Haar zum Vorbild realer Nachwuchsbroker. Mehr als 20 Jahre später ist die Lage an den Börsen immer noch prekär. Gekko hat wegen Aktienschwindels eine Gefängnisstrafe abgesessen und währenddessen ein finanzkritisches Buch mit dem Titel „Ist Gier gut?“ geschrieben. Seine Frau ist weg, der Sohn tot, Tochter Winnie (Carey Mulligan) hat sich von ihm abgewandt. Ihr Freund Jake (Shia LaBeouf) arbeitet als Aktienhändler, sein Mentor ist Louis Zabel (Frank Langella). Doch als der von einem Konkurrenten erst in den Ruin und dann in den Selbstmord getrieben wird, will Jake Rache nehmen. Dafür braucht er Gekkos Hilfe.

veröffentlicht am 20.10.2010 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

Jake (Shia LaBeouf) braucht Gordon Gecko (Michael Douglas).

Autor:

Michael Ranze
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Ausgerechnet dieser Racheplan ist der große Schwachpunkt des Films: eine Intrige, die zu platt und zu konstruiert daherkommt. Darüber hinaus ist die Figur des Jake zu blass und brav, um dem dämonischen Gekko Paroli bieten zu können. Ein integrer Held, der stets das Richtige tut, sich für ökologisch saubere Energie einsetzt und nach Zabels Tod einen Ersatzvater sucht.

Oliver Stone überfrachtet seinen Film mit diesen Nebensträngen. „Wall Street: Geld schläft nicht“ lehnt sich in der Figurenkonstellation an den Vorgänger an. Shia LaBeouf fungiert als Pendant zu Charlie Sheen, Josh Brolin übernimmt Michael Douglas’ Part aus dem Vorgänger. Und doch hätte man sich Teil 2 ähnlich zynisch, weitsichtig und realistisch gewünscht. Denn dass Gier nicht nur gut ist, sondern auch legal, also systemimmanent, ist als Erkenntnis zu wenig.

„Wall Street 2“ läuft ab heute im Maxx-Kino: täglich um 14.20, 17.15 und 20.15 Uhr, Freitag und Samstag auch 23.15 Uhr.



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