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Der amerikanische Komponist Philip Glass wird 80

Vom Taxifahrer zum Klangmeister

NEW YORK. Minimalist? Avantgardist? Komponist für Opern, Theater oder Klavierkonzerte? Philip Glass beherrscht die Welt der Musik wie kaum ein Zweiter. Zum 80. Geburtstag, den er mit noch einer Weltpremiere feiert, stellt Glass fest: „Vielleicht mache ich zu viele Dinge

veröffentlicht am 25.01.2017 um 16:02 Uhr
aktualisiert am 27.01.2017 um 11:45 Uhr

Mehrfach für den Oscar nominiert und Gewinner des Golden Globe: Philip Glass ist auch als Filmkomponist sehr erfolgreich. Foto: DPA

Autor:

Johannes Schmitt-Tegge
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Am Anfang kamen teils nur 20 Zuschauer, und Geld verdiente das Ensemble mit seinen Konzerten überhaupt nicht. Doch für dessen Gründer Philip Glass war klar, dass er kein Musiklehrer werden wollte. Und so arbeitete Glass nebenher teils als Klempner und bis zum Alter von 42 Jahren als Taxifahrer in New York – der Mann, der bald zu den bedeutendsten Komponisten der Gegenwart zählen sollte. Am 31. Januar wird Philip Glass 80 Jahre alt.

Neun oder zehn Stunden saß Glass in den 70ern oft am Steuer eines Yellow Cab, bevor er nachts nach Hause kam, um bis zum Morgengrauen Musik zu schreiben, erzählte er der britischen BBC. Mit seiner musikalischen Sprache aus treibenden Rhythmen, sich schrittweise entfaltenden, wiederholenden Mustern und kleinteiligen Klangteppichen brachte er die drängende, manchmal bedrohliche Stimmung einer teils düsteren Metropole zum Ausdruck.

Dabei hatte der in Baltimore im Staat Maryland geborene Sohn eines Schallplattenhändlers mit der Oper „Einstein on the Beach“ schon 1976 den Durchbruch geschafft. Das viereinhalbstündige Werk unter Regie von Robert Wilson wurde nach der Premiere im französischen Avignon als revolutionär gefeiert, in dem die Darsteller statt eines zusammenhängenden Textes Tonleitern, Figuren und Basslinien auf Silben und Zahlen sangen.

Dass er neben fulminanten Opern zunehmend auch Filmmusik schrieb, machte die Einordnung seines Werks nicht leichter. Neben den Filmen „Koyaanisqatsi“ und dessen Fortsetzung „Powaqqatsi“ schrieb er den Soundtrack zu Hollywood-Filmen wie „The Hours“ und „Truman Show“ und arbeitete mit Film-Größen wie Martin Scorsese und Woody Allen. Auch Musiker und Bands wie David Bowie, Brian Eno, Kraftwerk und Talking Heads ließen sich von ihm inspirieren oder arbeiteten mit ihm zusammen. Glass ist so vielseitig, dass er sich immer wieder gegen vereinfachendeEinordnungen durch Kritiker wehren musste: „Das sind alles verschiedene Formen von Musik. Vielleicht mache ich zu viele Dinge“, so der Künstler.

Die New Yorker Carnegie Hall ehrt Glass zu seinem 80. Geburtstag mit der Weltpremiere seiner elften Sinfonie.



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