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Daniel Barenboim wird heute 70 Jahre alt – und wusste schon früh, was er werden wollte

Vom Fußball ins klassische Konzert

Berlin. Rastloses Genie, Hansdampf der Klassik: Kaum ein Künstler ist so vielseitig wie Daniel Barenboim. Ob als Dirigent, Pianist oder politischer Mensch – der in Argentinien geborene Israeli absolviert ein enormes Programm. Musik macht dem Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Riesenspaß.

veröffentlicht am 14.11.2012 um 18:57 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Esteban Engel
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Maestro, herzlichen Glückwunsch – Sie feiern heute einen runden Geburtstag.

Ich habe nicht das Gefühl, dass es ein runder Geburtstag ist. Ich bin relativ ehrlich, was das betrifft. Manche machen sich ein bisschen jünger. Das ist nicht meine Sache. Ich fühle mich allerdings nicht mehr wie 28 – also muss ich 29 sein. Nein, im Ernst: Ich will gesund bleiben und kein Pflegefall werden. Und einen klaren Kopf behalten, damit man nach einem Konzert von mir nicht sagt: „Ja, es war sehr schön, aber Du hättest ihn vor zehn Jahren hören sollen …“

Können Sie sich noch an Ihren zehnten Geburtstag erinnern?

Als ich zehn wurde, war ich in Wien, mein Vater hielt dort Vorträge und ich habe Konzerte gegeben. Wien war damals eine besetzte Stadt, die vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs hatten das Sagen und ich habe im Konzerthaus gespielt. Das war vor 60 Jahren, daran kann ich mich noch gut erinnern.

Heute spielen Sie in der Berliner Philharmonie Klavier, Ihr Freund Zubin Mehta dirigiert die Staatskapelle Berlin. Andere Menschen gehen am Geburtstag feiern.

Ich feiere ja auch – danach. Musizieren ist für mich das größte Vergnügen: Ich schenke mir ein Konzert, der Erlös geht an den Musikkindergarten, den wir in Berlin betreiben. Seitdem ich vierzig bin, spiele ich alle zehn Jahre an meinen runden Geburtstagen mit Zubin Mehta. Und auch an seinen.

Wussten Sie mit zehn, dass Sie Pianist und Dirigent werden wollten?

Nein, so etwas weiß man in dem Alter nicht. Ich wusste nur, dass ich in und mit der Musik leben wollte, aber zwischen Wollen und Können ist noch eine weite Strecke. Die Frage stellte sich mir erst mit 17.

Also waren Sie ein ganz normales Kind …

Ich führte ein Doppelleben. Wenn ich aufstand, war ich eine Dreiviertelstunde erwachsen und habe Klavier geübt. Dann ging ich in die Schule und war wieder Kind. Nachmittags habe ich geübt und Fußball auf der Straße gespielt. Meine Mutter hat mich um halb sechs vom Balkon gerufen, ich solle hochkommen, duschen und ein Konzert spielen oder in ein Konzert gehen.

Heute ab 20.15 Uhr überträgt der Fernsehsender arte das Geburtstagskonzert und zeigt anschließend ab 22 Uhr die Dokumentation „Wege zur Musik – Daniel Barenboim“.



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