weather-image
14°
Blues und Beatboxing in Hameln

Volltreffer am Schläger-Denkmal

HAMELN. Chris Kramer, Sean Athens und Kevin O Neal sind Vollblutmusiker. Besser bekannt sind sie unter dem Bandnamen Chris Kramer & Beatbox ’n‘ Blues. Mit ihnen hat der Landschaftsverband bei seinen Sommerkonzert am Senior-Schläger-Denkmal auf dem Münsterkirchhof in Hameln einen Volltreffer gelandet.

veröffentlicht am 01.07.2018 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 01.07.2018 um 21:30 Uhr

Cool und groovig (v. li.): Kevin O Neal, Chris Kramer und Sean Athens auf dem Münsterkirchhof in Hameln. Foto: boh
bohrer1

Autor

Stefan Bohrer Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Enthusiastisch gefeiert von den etwa 400 Zuhörern, geht bei dem Konzert von der ersten Sekunde an die Post ab. Hier sind drei Rampensäue am Werk, die sich gesucht und gefunden haben. Und das Ganze läuft generationsübergreifend. Da ist der 48-jährige Kramer, der die John-Lee-Hooker-Messlatte gewaltig auf Höhe bringt mit seiner schwarzen Blues-Stimme, die durch Mark und Bein geht. Gleichzeitig entpuppt er sich als Mundharmonika-Virtuose par excellence. Ihm zur Seite stehen der 22-jährige Kevin O Neal sowie der 24-jährige Sean Athens. Auch die beiden strotzen vor Musikalität. Bei O Neal kein Wunder, immerhin ist er Deutscher Meister im Beatboxing. Sean Athens wiederum spielt virtuos die Leadgitarre mit schweißtreibenden Riffs. Zu Recht ernten alle drei immer wieder Sonderapplaus für ihre solistischen Leistungen. Und man muss sich erst einmal trauen, den ZZ Top-Klassiker „La Grange“ blues-technisch aufzuarbeiten, einen deutschen Text mit dem aussagekräftigen Refrain „Lass‘ mich Dein Bärchen sein“ und eigener Gegenmelodie überzustülpen und damit einen völlig neuen Song auf die Bühne zu bringen. Geht direkt vom Gehörgang in die Beine und erntet erwartungsgemäß frenetischen Applaus.

Das Anliegen des Trios geht komplett auf: den Blues in die Gegenwart zu transportieren und damit zu beweisen, was für ein cooler und grooviger Musikstil das ist. Und das gelingt den Musikern bei jedem Stück. „Hot Summer Day“ ist ein Beispiel dafür: ein paar melodische Anklänge an Carlos Santana, dazu Kramers Röhre, die mühelos zweieinhalb Oktaven umspannt, und jeweils ein Gitarren- und Beatbox-Solo, das sich gewaschen hat. Das perfekte Feeling für eine laue Sommernacht, ganz dicht dran am Publikum.

Die Zuhörer auf dem lauschigen Platz in der Altstadt werden abschließend animiert, sich selbst vielstimmig als Beatbox zu versuchen. Gut, klappt nicht bei allen, aber den Versuch ist es allemal wert. Viel zu schnell neigt sich diese Blues-Lehrstunde ihrem Ende entgegen, doch ohne lautstark geforderte Zugaben wird das Trio natürlich nicht von der Bühne gelassen. Bleibt zu hoffen, dass Chris Kramer & Beatbox ’n‘ Blues ihre neugewonnen Fans bis zum nächsten Konzert nicht allzu lange warten lassen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare