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Das Royal Philharmonic Orchestra bei Pro Musica im Kuppelsaal

Viel Harmonisches aus London

Hannover. Ein autofreier Maisonntag und das Programm des Royal Philharmonic Orchestras unter Leonard Slatkin passten in schöner Harmonie gut zusammen. Mit der Appalachian-Suite von Aaron Copland begann der Konzertabend. Eine liebliche Ballettsuite, deren acht romantisch gefärbte Sätze sich lückenlos zu einem idyllischen Landschaftsbild aus den USA ergänzen. Sanft die Bewegungen des behutsam dirigierenden Slatkin und überwiegend sanft der durch alle Orchestergruppen umgesetzte Klang. Ein Werk aus dem Jahr 1945 ohne jegliche Provokationen tonaler oder rhythmischer Art.

veröffentlicht am 18.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:41 Uhr

Autor:

Thomas Herms
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Die Akustik des Kuppelsaals, bei vielen Solisten gefürchtet, wurde mal wieder – diesmal mit Mozarts Es-Dur Konzert für zwei Klaviere – auf die Probe gestellt. Die weltweit berühmten Geschwister Katja und Marielle Labèque erfüllten bedingt die Erwartung, dass zwei Pianistinnen eher als nur eine ihre Dominanz gegenüber dem Orchester behaupten könnten. Einige Auftakte, aber auch die nahtlos aneinandergereihten Melodieketten gerieten trotz brillanter Anschlagstechnik und der gebotenen Pedaldosierung gegenüber dem sich vorbildlich zurückhaltenden Orchester akustisch zeitweise etwas ins Hintertreffen. Dagegen wirkte die vierhändig gespielte Solozugabe aus Ravels „Ma mère L’Oye“ über crescendierende Glissandopassagen bis zum donnernden Schlussakkord unverfälscht direkt. Großer Beifall.

Mit der zweiten Sinfonie von Johannes Brahms endete der Abend: Zu seinen Lebzeiten als eine Art „Pastorale“ mit ländlichem Flair eingeschätzt, wurde sie von ihm selber hingegen als „liebliches Ungeheuer“ bezeichnet. Sie birgt in den schnellen Sätzen einige für Brahms typische emotionale Ecken und Kanten, mit viel Verve vor allem durch Blechbläser und Pauken eingestreut. Bewundernswert im Übrigen, wie diszipliniert und klanglich ausgewogen das Royal Philharmonic Orchestra die Anweisungen seines Dirigenten umsetzte.

Kurze Zugabe aus Waltons Filmmusik

Die Gäste aus London verabschiedeten sich mit einer kurzen Zugabe aus William Waltons Filmmusik zu „Heinrich der V.“, ganz sanft und harmonisch dem Charakter dieses Konzertes an einem schönen Maisonntag folgend.



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