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Mirijam Contzen wird im Konzert der Reihe „Dewezet Classics“ mit den Braunschweigern gefeiert

Viel Beifall für das bravouröse Spiel der Solistin

Hameln. Mit seinem Programm griff das dritte Hamelner Konzert dieser Saison Raritäten auf und wurde zu einem der interessantesten der vergangenen Jahre. Vor allem durch die Begegnung mit der Geigerin Mirijam Contzen und Korngolds Violinkonzert gedieh es auch zu einem der schönsten.

veröffentlicht am 19.01.2011 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 04:41 Uhr

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Autor:

Karla Langehein
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Die Wurzeln dieses Konzerts reichen bis ins Jahr 1937, aber erst nach Kriegsende wurde es fertiggestellt und am 15. Februar 1947 von Jascha Heifetz aus der Taufe gehoben. Zahlreiche Eigenzitate Korngolds aus seinen Filmmusiken sorgten für Kritik am „schwelgerischen Sound, der einem Hollywood-Schinken in Breitwandformat … alle Ehre gemacht hätte“ (Grabner). Solch einseitige Kritik stellt jedoch die historische Einordnung des Werks und seine Zuordnung zu einem bestimmten Genre über die hohe kompositorische Qualität, die sich keineswegs nur in der glänzend formulierten Instrumentierung niederschlägt. In Mirijam Contzens Interpretation fand das komplexe Zusammenwirken von melodischem und rhythmischem Einfallsreichtum seinen überzeugenden Ausdruck. Süffig wohl, aber nicht süßlich klang der Ton der Bergonzi aus dem Jahr 1733, und mit intensivem, variantenreichem Vibrato und feinster dynamischer Konturierung blieb Contzen dicht an den Vortragsvorstellungen des Komponisten.

Dass es die bei dieser Musik unerlässlichen, von Contzen auch gerne zahlreich ausgeführten Rubati dem geistesgegenwärtigen Gerd Schaller am Pult wie auch dem Braunschweiger Staatsorchester nicht leicht machten, führte zu Ungenauigkeiten im orchestralen Zusammenspiel. Hörbar, aber verständlich nach – wie zu erfahren war – nur einer einzigen, einstündigen gemeinsamen Probe.

Leider erklang Gustav Mahlers eingangs gespielter „Blumine“-Satz in den Violinen einigermaßen unkonzentriert und hölzern. In dem von Schaller gewählten, durchaus vertretbar breiten Tempo wäre dem Werk mit mehr Klangvolumen eine bessere Reverenz erwiesen worden. So blieb an dieser Stelle die Ehrenrettung des Orchesters dem Bläserchor und dessen Solisten, in erster Linie Martin Weller (Trompete) überlassen.

Dafür aber konnten sich die Hörer im gut besuchten Theater nach der Pause am fulminanten Dvorák-Klang erfreuen. Das einzige Repertoirestück des Abends lag den Braunschweigern spürbar in Kopf, Seele und Fingern. Und am Pult formte und lenkte Gerd Schaller die am Ende beifallsreiche Aufführung.

Solistin Mirijam Contzen spielte mit dem Braunschweiger Staatsorchester Korngolds Violinkonzert. Foto: fn



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