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Vertracktes im Mäntelchen des Konventionellen

Origami und Plastik - die Unterschiede könnten nicht gößer sein. Und dennoch ergänzen sie sich, Michael Karlowski mit seinen Bronzen und Annett Deppe, die sich der Faltkunst verschrieben hat. Was sie vor allem vereint, die beiden Künstler: sie besitzen Witz, präsentieren Vertracktes im Mäntelchen des Konventionellen, wie Richard Peter in sener Besprechung schreibt.

veröffentlicht am 11.11.2012 um 14:29 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 13:21 Uhr

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Von Richard Peter

Hameln. Was sie über alles Trennende, was Material und Formen betrifft, vereint: Sie nehmen unernst ernst, besitzen Witz. Das gilt für die Bronzen von Michael Karlovski und gleichermaßen für die kunstvoll gefalzten Arbeiten von Annett Deppe. Vertracktes im Mäntelchen des Konventionellen. Schwere des Materials auf der einen Seite, immer wieder aufgelockert, erleichtert wie in „Alter Engel“, greisenhaft zerbeult mit zerfledderten Flügeln, ein Jammerbild, das schmunzeln lässt. Oder Pandora, die etwas andere Eva, die anders alles Elend über die Menschheit bringt. Aber auch Schranken überwindet, wie Eva die Instinktgebundenheit. Zwei Neugierige, die alles verändern. Und Pandora, die Allbegabte, bei Karlovski in zartem Blau, und hinter der Oberfläche Muskelstränge sichtbar gemacht. Neugierde, die wissen will. Daneben Bronzen – Abbildungen wie Zitate.
 Deppes Origami: Eine Technik, die weit zurückreicht, in China schon ein Jahrhundert vor Christi Geburt bekannt war. Auch diese Technik durchlebte unterschiedlichste Phasen. Heute – so Annett Deppe, ist alles machbar. So sehr die Ausgangsbasis fast immer ein Papierquadrat unterschiedlicher Größe ist. Mal voluminös mal im Mini-Format – und durch Wiederholung, durch Anhäufung zusätzlich groß gemacht.
 Immer wieder Reihen – die Lust, Themen auszuschöpfen. „Macht! Geld! Liebe?“ heißt es und im Einzelfall „Wir wollten doch nur spielen und viele, viele schwarze Mäuschen und ein rotes und zwei Katzen. Oder „Mein letztes Hemd“, ein großformatiges T-Shirt mit kleinen Quadrat-Feldern in denen Geldschein-Hemdchen akribisch angeordnet sind. Und geradezu genial: „Frosch im Hals“.
 Es geht Deppe darum, Origami aus der Bastelecke herauszuholen. Ihre Arbeiten sind Kunstwerke, die nur auf den ersten Blick als scheinbare Fleißarbeit erscheinen. Und selten, dass eine künstlerische Technik so plastisch vom Künstler selbst vorgeführt wird. Von Dr. Victor Svec, der in die Doppelausstellung am Samstagnachmittag im Kunstkreis einführte und einen eigenen Papierflieger, Jahrgang 1952, in Aktion zeigte, bis zu Arbeiten, wie sie von Annett Deppe aufs Charmanteste auf die professionelle Ebene erhoben wurden.
 Zwei uralte Techniken – Bronze und Papier. Und Papier als kunstvolles Faltobjekt, dessen so vielfältige Formen durch spezifische Notationen tradiert werden. Zwei Endlos-Bereiche einen Moment im Kunstkreis festgehalten.

 4 Die Ausstellung im Kunstkreis ist Mittwoch bis Sonntag jeweils von 10 bis 13 Uhr und Mittwoch bis Donnerstag von 15 bis 17 Uhr geöffnet.



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