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Das größte Museum der Welt widmet eine neue Abteilung ausschließlich der Islamischen Kunst

Versöhnliches Signal aus dem Louvre

Paris. Das letzte spektakuläre Projekt weihte der Louvre 1989 mit seiner Glaspyramide ein. Nun eröffnet er für 98,5 Millionen Euro Säle zu Ehren der Künste des Islams. „Département des Arts de l’Islam“, Abteilung für die Künste des Islams, heißen die 3000 Quadratmeter großen Räume. „Die islamischen Zivilisationen sind älter, lebendiger und toleranter als jene, die heute in ihrem Namen reden“, sagte der französische Staatspräsident François Hollande angesichts des Aufruhrs der muslimischen Welt.

veröffentlicht am 19.09.2012 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Sabine Glaubitz
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Bei der Benennung der neuen Abteilung spielt die Schreibweise des Wortes Islam eine wichtige Rolle. Das Französische unterscheidet zwischen dem klein geschriebenen „islam“, der Religion, und dem groß geschriebenen „Islam“, der Zivilisation. „Ein Großteil der Kunstwerke dieser Zivilisation hat nichts Religiöses an sich, viele Objekte stammen sogar von Nichtmuslimen“, betonte Henri Loyrette, der Direktor des weltweit größten Museums.

Ab Samstag kann die Öffentlichkeit die 98,5 Millionen Euro teure spektakuläre Architektur und die außergewöhnlichen Kunstwerke bewundern: rund 3000 Objekte, die die Vielfalt der Kunst von Spanien bis Indien vom Jahr 622 bis zum 19. Jahrhundert widerspiegeln.

Ein fliegender Teppich, ein Beduinenzelt oder ein Libellenflügel? Die neuen Säle liegen im Visconti-Innenhof unter einem riesigen Stahl-Glasdach. Wie man die sechs bis acht Meter über dem Boden schwebende Glasstruktur auch nennen mag, sie wird zweifellos neben der vor mehr als 20 Jahren eingeweihten Glaspyramide zu einem neuen Wahrzeichen des Museums werden.

Der Louvre besitzt eine der größten Sammlungen der Kunst des Islams, die bislang vorwiegend in den Depots schlummerte. Denn neben den 15 000 Stücken umfassenden hauseigenen Beständen kann der Louvre auch auf 3600 Objekte aus den Beständen des Kunstgewerbemuseums zurückgreifen. Das ebenfalls im Louvre-Komplex untergebrachte Museum der Arts décoratifs konnte diesen Teil seiner Sammlung nicht unterbringen.

Die Säle sind auf zwei Ebenen verteilt. Unter dem Glasdach liegen die Schätze, die aus den Anfängen des islamischen Reichs stammen, darunter eine Pyxis, ein kleiner Kelch aus Spanien mit dem Namen „al-Mughira“, oder eine prächtige Holztür aus dem Palast des Khalifen Dar al-Khalifa in Samarra.

Eine Treppe führt ins Untergeschoss und lässt den Besucher in die Stimmung von 1001 Nacht eintauchen. Im Halbdunkel funkeln die mit Smaragden verzierten Geschmeide aus Indien und die aus Ägypten und Syrien stammenden Kupfergefäße mit Intarsien aus Gold und Silber um die Wette. Eine Augenweide sind die prächtigen Keramikmosaike aus dem Iran.

Ohne die Hilfe privater Mäzene wäre das Projekt nie zustande gekommen. 26 Millionen Euro stammen von Staaten wie Marokko, dem Emirat Kuwait, dem Sultanat Oman und aus Aserbaidschan. Der französische Staat steuert 31 Millionen Euro bei.

Es ist ein Zeichen der Aussöhnung zwischen westlicher und islamischer Welt: Der Louvre sorgt mehr als 20 Jahre nach der Einweihung der Glaspyramide für Schlagzeilen – das weltgrößte Museum eröffnet an diesem Wochenende die neuen Säle der Abteilung für Kunst des Islams.



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