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Faszinierende Städtelandschaften von Gerd Winner in den Kubus-Galerien Hannover

Utopien – über die Kunst zur Wirklichkeit

Hannover. Fotografieren bedeutet für den 1936 in Braunschweig geborenen Gerd Winner vor allem das Sehen und Notieren. Sein Skizzenbuch hat die Kamera übernommen, denn in der Befragung der Wirklichkeit misstraut er der nur malenden Hand. Doch das eigentliche künstlerische Tun beginnt erst mit der Auswahl der konservierten „Beute“, dem Festlegen der Ausschnitte oder eingeplanten Überblendungen. Und hier zeigt sich Meisterschaft, wenn es darum geht, aus der Vielzahl der Motive zu einer geschlossenen Bildarchitektur zu gelangen.

veröffentlicht am 17.06.2012 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

Autor:

Klaus Zimmer
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Gerd Winner hat durch seine nicht enden wollenden Versuche immer wieder neue Wege entdeckt, „seine“ Architektur in neuem Licht präsentieren zu können. Zunächst hat er die Bilder malerisch übersetzt, dann widmete er sich der Serigrafie, und immer wieder waren es dann auch reine Fotokompositionen.

In den neuen Ausstellungen „Utopia“ im Kubus hängen die großen Leinwände mit Titeln wie „Broadway“, „Alster Café“, „Amsterdamm-Lyrik“, die Winner in Mischtechnik oder Acryl angelegt hat, ungewöhnliche Kompositionen, mit gewagten Überschneidungen und einer kultivierten Farbpalette, die wohl jeden Betrachter faszinieren werden. Dagegen widmet sich die „Galerie vom Zufall & vom Glück“ ganz den expressiven Architekturvisionen der internationalen Pavillons zur Expo Hannover, beeindruckende Werke, die keineswegs etwas mit dem Fotorealismus gemein haben.

Dieser Künstler kehrt nicht den missionarischen oder besserwisserischen Zeigefinger gegen die Unwirklichkeit der Städte heraus, die Innenwelt der Außenwelt beschäftigt ihn auch in seinen scheinbar rein topografischen Stadtlandschaften. Seine Häuserfronten sind stumme Zeugen eines dahinter verborgenen Vergangenem oder noch gegenwärtigen Lebens. Und wie einst Cézanne parallel zur Natur, so arbeitet Winner parallel zur Stadtarchitektur. Er setzt das Vermächtnis der „Alten“ in seiner genialen Handschrift um, wie etwa einst Monet in seiner „La Cathédrale de Rouen“, Delaunays „Eiffelturm“ und Piranesis „Carceri“.

Zu Gerd Winner notierte Giso Westing: „Auch wenn wir glauben, Utopien ließen sich nicht verwirklichen, so können wir sie jedoch im Geiste entwerfen und wenigstens über die Kunst Wirklichkeit werden lassen“.

Winner, der für sein Werk viele nationale und internationale Auszeichnungen erhielt, studierte in Berlin bei Werner Volkert und in Helsinki bei Sam Vanni, von 1975-2002 hatte er eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste, München. Der Künstler lebt und arbeitet heute in Liebenburg.

Bis 29. 7. 2012, jeweils 11-18 Uhr.



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