weather-image
23°
„Manche mögen’s heiß“ als Musical „Sugar“ im Theater Hameln

Unvergessen: „Nobody is perfect“

Hameln. „Nobody is perfect!“ - Einer der genialsten Schlusssätze in einem Film und auch auf der Hamelner Theaterbühne am Samstagabend der Schlusspunkt einer gelungenen Aufführung. Dachte man, denn das Beste kommt ja bekanntlich immer am Schluss. Aber nach dem verdienten üppigen Applaus gab es noch ein voluminöses Finale, sozusagen eine für ein Theaterstück ungewohnte Zugabe, in Form von „Manche mögen’s heiß“.

veröffentlicht am 08.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:21 Uhr

Katja Uhlig in der Monroe-Rolle mit Jan Felski als Daphne.

Autor:

Andrea Gerstenberger
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Verwirrend? Na gut, beginnen wir am Anfang. Ein erwartungsfrohes Publikum freut sich auf das Musical „Sugar“, eine musikalische Bühnenfassung des Filmklassikers „Manche mögen’s heiß“ von Billy Wilder, in einer Inszenierung des Detmolder Landestheaters und sollte nicht enttäuscht werden. Würde als passende Kritik für den Abend reichen, wäre aber ungerecht, den vielen bemerkenswerten Kleinigkeiten gegenüber, die so viel Freude machten.

Sehr eng am Original

Und ja, die Verwechselungskomödie, die im Gangster-Milieu des Amerikas der 20er-Jahre spielt, kam sehr eng am Original daher. Herrlich schrill, musikalisch schön schräg, aber leider im ersten Teil zu laut, gesangstechnisch nicht immer eine Hochglanzleistung, aber klasse choreografiert, mit einem genialen Bühnenbild, und einer Daphne, pardon einem Jerry, der mit seinem Witz einfach begeisterte.

Jan Felski schaffte den Spagat der Travestierolle mühelos. Nie lächerlich, mit einer köstlichen Mimik, sprachlich witzig und einem koketten Augenaufschlag erobert er die Herzen des Publikums und ließ seinen Partner Markus Hottgenroth als Josephine/Joe in der eigentlichen Hauptrolle etwas blass aussehen.

Sir Osgood Fielding, legendär sein „Nobody is perfect“, eine Paraderolle für Michael Klein, der schauspielerisch und stimmlich überzeugte. Katja Uhlig, die sich als Sugar Kane dem direkten Vergleich mit Marilyn Monroe stellen muss, war in der Tat einfach Zucker und hielt den Erwartungen stand. Als einziger Musicalprofi auf der Bühne, glänzte sie in den Disziplinen Gesang, Tanz und im Finale auch steppend.

Aber nicht nur die Hauptdarsteller spielten sich in die Herzen der Zuschauer. Einfach toll war der Herrenchor des Landestheaters. Ob als arbeitslose Musiker oder vor allem als tatteriges Krückstockballett der hochbetagten Millionäre, sie machten jeder für sich eine ganz klasse Figur, ebenso die vier Jungs vom Ballett. Ein besonderes Lob für das Bühnenbild darf auf gar keinen Fall fehlen. Die einfach genialen Einzelpodeste wurden den sehr häufig wechselnden Szenerien mehr als gerecht.

Diese Musik-Revue im Stile der alten Broadway-Shows, gespielt mit viel Herz, war eine gute Werbung für das Landestheater Detmold.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare