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Steven Soderbergh legt mit „Haywire“ einen sehr sehenswerten Film vor – und trumpft mit Stars auf

Ungewöhnlicher Thriller mit klinischer Kühle

Es beginnt harmlos und unspektakulär. Eine junge Frau betritt ein Diner, setzt sich an einen freien Tisch und bestellt ein Frühstück. Kurz darauf gesellt sich ein junger Mann zu ihr und bestellt einen Kaffee. Sie unterhalten sich – und urplötzlich, wie aus dem Nichts, fliegen die Fäuste, und zwar mit einer Brutalität, aber auch mit einer Versiertheit, die der Zuschauer so nicht erwarten konnte. Dabei braucht Mallory Kane (Gina Carano) keine Hilfe, sie weiß sich selbst zu wehren. Und plötzlich schnappt sich die breitschultrige Amazone einen der Diner-Gäste, einen verschreckten Teenie, um mit ihm und seinem Auto zu fliehen. Was für ein Auftakt!

veröffentlicht am 07.03.2012 um 12:42 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Steven Soderbergh ist ein Regisseur, der seit mehr als 20 Jahren auf fast schon bewundernswerte Weise zwischen Independent-Kino („Sex, Lügen und Video“) und Hollywood-Mainstream („Ocean’s Eleven“) pendelt, zwischen persönlicher Sicht und kommerziellem Erfolg, zwischen Kür und Pflicht. Mit dem gleichen Interesse und dem gleichen Engagement bewegt er sich in unterschiedlichen Genres und frönt unterschiedlichen Stilen. So auch in „Haywire“.

Kaum sitzt Mallory im entführten Auto, erzählt sie ihrem verdutzten Beifahrer, wie es zu alldem kommen konnte. Nun entfaltet sich in Rückblenden die Geschichte. Mallory arbeitet als Agentin für eine private Sicherheitsfirma, die für die Regierung brenzlige Aufträge erledigt: etwa die Befreiung eines gekidnappten Journalisten in Barcelona. Doch der neue Auftrag vor den Toren Dublins ist ihr nicht geheuer. Nicht nur, dass sie auf einer Party in einem Schloss ausgerechnet den Mann ermordet vorfindet, den sie gerade befreit hat. Ihr Partner versucht sie auch umzubringen. Und mit einem Mal ist die Polizei hinter der schlagkräftigen Frau her.

Es ist bestaunenswert, wie sich Martial-Arts-Star Gina Carano mit Handkante und Fußkick durch den Film prügelt, während berühmte Schauspieler wie Michael Fassbender, Ewan McGregor, Antonio Banderas und Michael Douglas Spalier stehen. Dabei steht die handgemachte Action mit all ihren Schauwerten in reizvollem Kontrast zu der fast klinischen Kühle, mit der Soderbergh das Geschehen inszeniert. Ein ungewöhnlicher Thriller. Und verdammt sehenswert.

„Haywire“ startet heute im Maxx-Kino Hameln: täglich außer Donnerstag und Sonntag um 17.30, außerdem täglich um 20.30 Uhr, am Freitag und Samstag auch um 22.45 Uhr.

Mallory (Gina Carano) ist Spezialagentin. Gemeinsam mit Paul (Michael Fassbender) soll sie in Dublin eine Operation durchführen. Foto: Concorde Film

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