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„Alles andere als Stille Heilige Nacht“ – und natürlich Weihnachtslieder

Ungewöhnliche Kantate bringt frischen Schwung

KIRCHOHSEN. Die vorweihnachtliche Musikveranstaltung in der sehr gut besuchten Kirchohsener Petrikirche sticht durch ihre Besetzung aus der Reihe der vielen Konzerte in der Adventszeit hervor. Auf dem Programm standen zunächst von Rolf Lukowsky bearbeitete Weihnachtslieder.

veröffentlicht am 18.12.2017 um 18:49 Uhr

„Licht der Weihnacht – Licht des Friedens“: das Konzert in der Petrikirche Kirchohsen. Foto: eaw
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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Der 1926 geborene Komponist und Chorleiter war zu DDR-Zeiten der wohl bedeutendste Chormusiker. Bereits Ende der 50er Jahre hatte er dort in verantwortlicher Position im FDGB-Bundesvorstand, als Redaktionsleiter der FDGB-Liederblätter und musikalischer Organisator der seit 1959 veranstalteten Arbeiterfestspiele gewirkt.

Mit Lukowskys Bearbeitungen von „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ und „O Tannenbaum“ erklangen in der Petrikirche klassische Weihnachtslieder.

Darunter mit außerordentlicher Sanftheit arrangiert auch das von der Sopranistin und Vikilu-Pädagogin Clara Donata Hock und dem Lehramtsstudenten und Tenor Jakob Warlich aus Hannover vorgetragene „Josef lieber Josef mein“, das unzweifelhaft Lukowskys Wurzeln in der katholischen Jugendorganisation aus den 30er Jahren erspüren ließ.

Unter der Gesamtleitung des 84-jährigen Friedhelm Zschau musizierte der durch den Projektchor verstärkte gemischte Chor zusammen mit einem vom ehemaligen Hamelner Musikschulleiter und Konzertmeister Ulrich Schulz geleiteten Ensemble mit Knut und Armgard Rother (Viola), Anita Klingler und Deborah Petters (Flöten) sowie Bianca Buff am Keyboard, dem Cellisten Friedrich Schwekendiek, Gerhard Hach, Kontrabass, und dem Trompeter Sebastian Wöstefeld. Die zweite Violine spielten Wolfgang Schindler und Detlev Merkel.

Unter der Leitung von Claus Henke begleitete der Posaunenchor von der Empore herab den kräftigen Gemeindegesang.

Einen sonst in der Region und darüber hinaus eher selten zu hörenden musikalischen Akzent setzte die Kantate „Licht der Weihnacht – Licht des Friedens“ des zeitgenössischen Dortmunder Komponisten Gerhard Rabe. Der freiberufliche, mehrfach ausgezeichnete Künstler hat ein umfangreiches Werk vorgelegt und neben seiner zeitweiligen Tätigkeit als Vorsitzender der AG der Europäischen Chorverbände eine überaus ungewöhnliche Kantate präsentiert.

„Mit viel Text, sehr ungewöhnlich“, so auch Clara Donata Hock. „Rabe fasst die Diskrepanz zwischen der Kritik an unserer Konsumweihnacht und der eigentlichen Botschaft in Worte und Texte“, erklärte Zschau. Formal wird das etwa im vierten Lied „Heilig ist die Nacht“ deutlich, zu dessen Beginn das Orchester wie wild losgelassen durcheinanderspielt. „Alles andere als Stille Heilige Nacht“, kommentierte Zschau. Erst allmählich schälte sich das strahlende Bekenntnis zur Weihnachtsbotschaft heraus. „Offene Hände zum Helfen und offene Herzen, darum geht‘s“, bekräftigte Zschau.

Eine Botschaft, die, neben liebgewonnenen traditionellen Chor- und Gemeindegesängen, gerade durch die selten zu erlebende Kantate diesmal reichlich frischen Schwung bekam.



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