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Tucholskys "Schloss Gripsholm" zur Biografie-Collage verwurstet

Von Julia Marre

Hameln. Wie man aus dem sonnigen Stück Literatur eine verregnete Inszenierung macht, die in der Mittelmäßigkeit absäuft - das zeigt Regisseur Volkmar Kamm am Donnerstagabend mit Tucholskys "Schloss Gripsholm" im gut besuchten Theater Hameln. Weil er den autobiografisch angehauchten Roman von 1931 mit Fakten aus dem Leben des Verfassers übersättigt. Weil Realität und Fiktion sich gegenseitig im Weg stehen.

veröffentlicht am 24.04.2009 um 15:14 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 06:21 Uhr

Gripsholm
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Dabei geht es doch ursprünglich um eine leichte, beschwingte Ferienzeit, um einen erholsamen Sommer voller ausgelassener Späße und heiterer Liebe. Kurt (Christoph Wieschke) verreist mit seiner Prinzessin, der wilden Schönen (Birthe Gerken), wird besucht von Billie, der schönen Wilden (Kathrin Anna Stahl), und seinem Busenfreund Karlchen (Guido Bayer). Aus der neuen Konstellation entwickelt sich eine für die Inszenierung entschärfte Ménage à trois, ehe Kurt mit seiner Prinzessin glückselig abreist und quasi nebenbei ein geknechtetes Mädchen aus den Fängen seiner tyrannischen Heimleiterin rettet. Sicherlich hat der Roman melancholische Züge – jedoch bleibt nach den vielen polemisierenden Tucholsky-Chansons, die der Inszenierung Musiktheater-Charakter verleihen und sie immer wieder zerstückeln, ein mehr als bitterer Nachgeschmack.



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