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Kim Wilde singt für rund 800 Fans im hannoverschen Capitol

Treffen mit der Jugendliebe

Hannover. Da ist sie. Aus dem Backstagebereich kommt sie langsam die Stufen hinunter an den Bühnenrand. Kim Wilde. Die singende Bardot. Viele alte Fans haben diesem Abend entgegengefiebert wie einem Date mit der Jugendliebe. Okay, die britische Schönheit ist propper geworden und hat reichlich Farbe aufgelegt. Aber sie ist gut drauf, gar nicht überkandidelt, und sie verspricht für diesen Abend eine „Love Affair mit Popmusic“. Das ist ja schon mal was. Kein Rock, kein Jazz, nichts Schwieriges, nur Popmusik. Genau das, was man von der 51-Jährigen erwartet. Fast 800 Menschen sind ins Capitol gekommen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

veröffentlicht am 16.03.2012 um 14:07 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

Karin Vera Schmidt
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Kim Wilde ist angetreten zu einem weiteren Comeback. Dieses Mal will sie mit alten Wilde-Hits trumpfen und mit Coverversionen anderer Popgrößen. Tiefsinniges darf man da nicht erwarten, höchstens Schwermütiges, denn traurige Liebeslieder gibt es auch im Pop reichlich. Erst einmal aber prophezeit die Blondine mit der knackigen Stimme „Alright, everything is gonna be alright“. Alles wird gut. Zwei Stunden lang ist das für die Fans Gewissheit.

In schwarzer Samtcorsage singt die Britin sich durch ihre eigene Best-of-Hitliste. „You Came“, „Love in the Natural Way“, „Wonderful Life“ und „Anyplace, Anywhere, Anytime“, was sie zusammen mit Nena gesungen hat. Zwischendrin streut Kim Wilde viele ihrer Lieblingssongs ein und erzählt, dass sie die Girlsbands der vergangenen Jahrzehnte stets darum beneidet hat, so viel „fun“ zusammen zu haben. Immerhin eine eigene Backgroundsängerin habe sie nun für sich verpflichten können, das wäre ja schon fast eine kleine Girlsband.

Während die schöne Sängerin fleißig und fröhlich das zweistündige Konzert bestreitet und sichtlich Freude an der Musik hat, erfährt sie nicht immer die nötige Unterstützung ihrer Band. Die Musiker wirken angestrengt, huldigen einem ziemlich abgerockten Gestus und gehen nicht wirklich auf die kleinen Showvorlagen ein, die Kim Wilde inszeniert. Selbst Nick Beggs am Bass, mit dem sie immer wieder zusammengearbeitet hat, wirkt über weite Strecken lustlos. Wilde hätte mehr Engagement verdient.

Umso besser kommt ihre immer noch starke Stimme während eines Intermezzos nur mit Gitarrenbegleitung heraus. In den Höhen ist sie so klar und sicher wie immer. Ihre Coverversionen sind ordentlich nachgespielt und gesungen, fügen den Originaltiteln allerdings kaum Atemberaubendes hinzu. „Spirit in the Sky“ (Norman Greenbaum), „They Don’t Know“ (Kirsty MacColl), „About You Now“ (Sugababes) und „Sleeping Satellite“ (Tasmin Archer) wirken vor allem durch Wildes unverkennbare Stimme.

Zum Finale erscheint sie im langen, schwarzen Schlitzkleid mit schwarzem Hut. Auch mit stark nachgezogenen Brauen ist sie immer noch eine Augenweide. Und wenn sie dann noch „Keep Me Hangin’ On“ singt, ist tatsächlich alles gut.



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