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Literatur- und Musikfest „Wege durch das Land“ erstmals zu Gast im Kloster Fischbeck

Traumwelt zwischen Himmel und Erde

Hameln. Äbtissin Uda van der Nahmer strahlte. Erstmals machte das renommierte Literatur- und Musikfest „Wege durch das Land“ in der Stiftskirche zu Fischbeck Station. Nach Schloss Hämelschenburg im vergangenen Jahr gastierten am Pfingstsamstag die Schauspielerin Corinna Harfouch, die Autorin Anne Weber und das Madrigalensemble „La Venexiana“ im Fischbecker Kloster.

veröffentlicht am 01.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:21 Uhr

Corinna Harfouch

Autor:

Ernst August Wolf
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„Die Aura des Ortes ist für uns entscheidend“, erklärte die Initiatorin der in diesem Jahr ihr zehntes Jubiläum feiernden Kulturveranstaltung, Dr. Brigitte Labs-Ehlert vom Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe aus Detmold.

Den Anspruch, die „Poesie der Landschaft“ zu entdecken, ein literarisches Motiv über Zeiten, Formen und Nationen hinweg zu variieren, in Fischbeck konnte Labs-Ehlert das erneut mit einer wundervoll stimmigen Dramaturgie exzellent realisieren. Die bekannte Schauspielerin Corinna Harfouch gestaltete die erste Lesung, das kunstvolle Traumgedicht „Die Welt im Traum“ der mexikanischen Nonne Juana Inés de la Cruz (1649-1695), zu einem unter die Haut gehenden Erlebnis.

Freiheit des Denkens

Das flammende, hochpoetische Plädoyer einer für die Freiheit des Denkens, der Vernunft und dem Streben nach Erkenntnis vor dem Hintergrund göttlicher Schöpfung eintretenden Nonne und Schriftstellerin ließ niemanden kalt. Es überrascht nicht, dass die Kirche die Verfasserin seinerzeit zwang, sich auf kirchliche Themen zu beschränken.

Im zweiten Teil des Abends las die in Frankreich lebende Autorin Anne Weber aus ihrem 1999 entstandenen Text „Besuch bei Zerberus“. Eine Reise nach Cerbère, jenem Grenzort in den Pyrenäen, in dessen Nähe sich Walter Benjamin 1940 auf der Flucht vor den Nazis das Leben nahm, gerät zur Reise ins Innere und an die Grenze zwischen Leben und Tod.

Mit „La Venexiana“ durften die Besucher der seit langem ausverkauften Fischbecker Veranstaltung das führende italienische Madrigal-Ensemble erleben. Unter der Leitung von Claudio Cavina spielte „La Venexiana“ Werke von Claudio Monteverdi und andere, zumeist aus der Feder von Nonnen stammende Kompositionen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Wohl selten hat man in der altehrwürdigen Stiftskirche Klänge gehört, die so perfekt in den Kirchenraum eingepasst waren und mit der imposanten Architektur zu einer Herz und Seele berührenden, ja erhebenden Einheit verschmolzen.

Es scheint, als resultiere die Seelenverwandtschaft zwischen Äbtissin Uda van der Nahmer und Brigitte Labs-Ehlert in einer auf Dauer angelegten Verbindung der „Wege durchs Land“ mit dem Stift Fischbeck. „Darüber, dass die Reihe auch in den nächsten Jahren ihren Weg zu uns finden werde, sind wir uns einig“, stellte van der Nahmer fest, und fügte jenes einfache, aber treffende Wort hinzu, das diesen knapp vierstündigen Kulturabend zusammenfasste: „Wunderbar“.



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