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Helmut Zierl spielt in Florian Zellers Schauspiel „Die Wahrheit“ im Theater Hameln die Hauptrolle

Tosender Beifall für eine verblüffende Komödie

Hameln. „Hast Du meine Socken gesehen?“, fragt Michel ganz profan seine Geliebte nach gerade vollendetem Liebesakt im Bett eines Pariser Hotelzimmers. Eine Szene, wie sie alltäglicher nicht sein könnte. Aber in der Komödie „Die Wahrheit“ von Florian Zeller, dem neuen Stern am französischen Literatenhimmel, liefert sie am Sonntag im ausverkauften Theater Hameln den Auftakt zu einem amüsanten Beziehungsgeflecht.

veröffentlicht am 30.01.2012 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

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Autor:

Renate Müller De Paoli
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Denn Michels Geliebte ist ausgerechnet die Frau seines besten Freundes. Geplagt von Schuldgefühlen, will sie das Versteckspiel beenden und ihrem Mann endlich die Wahrheit über den Ehebruch sagen. Doch Michel bremst sie aus: „Du belügst ihn nicht, Du sagst ihm nur nicht die Wahrheit!“ Und so nimmt das Spiel zwischen Lüge und Wahrheit seinen Lauf.

In der Regie von Peter Lotschak glänzen in diesem Vier-Personen-Stück vor einfacher Bühnenkulisse bestehend aus Bett und Sesselarrangement Karin Boyd, Uwe Neumann, Susanne Berckhemer und Helmut Zierl. Besonders Zierl, bekannt durch viele Fernsehrollen, läuft in der Hauptrolle des Michel mit Witz und meisterhaftem Körpereinsatz zur Höchstform auf. Tiefer und tiefer verstrickt er sich in sein Lügenlabyrinth. Er echauffiert sich über Leute, „die wirklich keine Moral haben“. Und regt sich völlig über den Freund, den „Scheißdreckskerl“ auf, als er erfährt, dass seine Frau und sein Freund ihn belogen haben und vielleicht noch ausgebuffter sind als er. Oder machen sie sich nur den Spaß, eine Wahrheit zu erfinden, die eine Lüge ist? Sie behaupten nämlich, Michel viel länger miteinander betrogen zu haben. Doch haben sie es wirklich? Oder wollen sie nur, dass er aufhört zu lügen?

Der Stoff lebt durch die glänzenden Schauspieler und mit ihnen. In seiner pfiffig konstruierten Beziehungskomödie gelingt es dem Autor Florian Zeller, mit temporeichen und zündenden Dialogen das Publikum ständig zum Lachen zu bringen. Mit einer Leichtigkeit thematisiert er die Verzahnung zwischen Wahrheit und Lüge, die Philosophen und Schriftsteller bis auf den heutigen Tag beschäftigt, und verblüfft mit immer neuen, überraschenden Wendungen. Denn je mehr die vier Akteure glauben, mit der Wahrheit spielen zu können, umso mehr scheint sie zu entrücken. Die vielen „Ähs“, „Mms“, „Was“ und „Wie“ lassen das Publikum manches ahnen. Aber ist es wirklich die Wahrheit? Zeller lässt vieles offen und schafft gerade so einen unterhaltsamen Theaterabend, den das Publikum mit tosendem Beifall belohnt.

„Liebling, ich führe ein Doppelleben“: Helmut Zierl als Fremdgeher Michel und Karin Boyd als seine Frau Laurence. Foto: Bernd Böhner



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