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Toni Mahoni: „Der lustige Kasper will ich gar nicht sein“

Hameln/Lügde. Seine Stimme klingt wie die des TV-Außerirdischen Alf, seinen Namen hat er seit „Police Academy“-Zeiten: Der Liedermacher Toni Mahoni gastiert am Mittwoch, 14. April, in der Sumpfblume und am Freitag, 16. April, im Klostersaal Lügde – jeweils um 20 Uhr. Julia Marre sprach vorab mit dem Berliner Künstler.

veröffentlicht am 09.04.2010 um 12:50 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:41 Uhr

toni
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Toni, dein neues Programm heißt „Irgendwat is immer“ – wat is’ denn eigentlich immer?
Naja, nie sind die Dinge wirklich perfekt. Aber zum Glück sind sie auch nie wirklich nur schlimm – zumindest bei uns. Kennt ihr den Spruch bei euch nicht?

Doch, schon. Aber andere Sprüche sind geläufiger…

Also wenn du zum Beispiel eine Party organisierst und dir in letzter Minute einfällt, dass du etwas Wichtiges vergessen hast: Genau dann sagst du das. Irgendwas ist nämlich immer. So ist das.

Auf deinem kürzlich erschienenen Album geht’s auch immer um irgendwas: um Winter, um Frühling, um Freundschaft, um Liebe. Stimmt es, dass du deine Texte in Kneipen schreibst?
Nein. Lieder kommen bei uns sowieso ständig zustande, allein schon, weil wir viel zusammenhocken und Musik machen. Die Platte ist ein Abriss des letzten Jahres, das unsere Empfindungen und Gedanken in Liedform enthält. Wie das in der Kunst so ist: Manchmal übertreiben wir maßlos, manchmal nehmen wir Dinge zurück. Wir sind Musiker.

Dabei bist du bekannt geworden durch dein Video-Podcast, das auch Musik enthält. Was war zuerst da: dein Blog oder die Band?

Seit wir 14 oder 15 Jahre alt sind, machen wir zusammen Musik – seit knapp 18 Jahren. Nebenbei hat jeder verschiedenen Projekte laufen und experimentiert mit seinem eigenen Kram. Ich habe eben Videos gemacht. Und mich dann gefragt: Kriegen wir das auch irgendwie auf die Bühne? So wuchs beides ganz natürlich zusammen.

Aber ein Toni-Mahoni-Auftritt ist jetzt keine Filmvorführung mit Musikuntermalung, oder?
Das nicht. Filmchen werden gar nicht gespielt. Wir zeigen unser aktuelles Programm. Es ist ein Konzert, das zur Hälfte aus Musik besteht – denn zu der gibt es ganz viel zu sagen. Das ist dann die andere Hälfte. Wir sind übrigens in großer Besetzung da: mit Schlagzeug, Bass, Gitarre, Geige und Klavier.

Spielst du während des Konzerts auch Gitarre?

Nein, ich singe nur. Ich brauche die Hände zum Gestikulieren. Außerdem führe ich einen einmaligen Sitztanz auf. Denn ich sitze an meinem Schreibtisch auf der Bühne. Den habe ich dabei, weil ich durch die Blogs eine Nachrichtensprecher-Position gewohnt bin. Also habe ich gesagt: Live will ich auch einen Tisch haben, an dem ich sitze und erzähle. Außerdem hebe ich mich dann gleich optisch von den ganzen Stand-Up-Comedians ab. Weil ich kein Stand-Up-Comedian bin. Es kommt mir nicht darauf an, den lustigen Kasper zu machen. Aber komisch bin ich auch.

Und du warst mal in einer Irish Folk Band aktiv. Wie kam das?

Da war ich noch relativ jung und habe die mal spielen sehen. Ich war schon Sänger in einer anderen Band und fand die Mucke einfach lustig. Es war einfach etwas ganz anderes als meine kleine Punkrockband, denn in der waren wir zwar große Helden, aber konnten nichts verdienen. Mit der Irish Folk Band sind wir auch mal nach Irland gereist und haben denen dort gezeigt, wie wir ihre Volkslieder verunstalten. Ganz ehrlich: Ich habe ein gutes Verhältnis zu Volksmusik – also nicht zur deutschen, denn die existiert meiner Meinung nach nicht. Ich mag die Ursprünge des amerikanischen Country. Gut gefällt mir daran das Erdige – das spiegelt sich auch in unserer Musik wider.

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