weather-image
13°

Inszenierung für die Bühne

TKKG: Junge Detektive ermitteln in Hameln

HAMELN. Vor rund 40 Jahren von Stefan Wolf ins Leben gerufen, gehen sie auch heute noch auf Verbrecherjagd: Tim, Karl, Klößchen und Gaby, die seinerzeit als jugendliche Amateurdetektive unter dem Kurztitel „TKKG“ binnen kürzester Zeit Berühmtheit erlangt haben. Diese Beliebtheit ist ihnen über all die Jahre erhalten geblieben. Das zeigte sich auch am Sonntagabend, als das Junge Theater Bonn mit der neuesten Inszenierung unter dem Titel „TKKG – Freundschaft in Gefahr“ in der Hamelner Rattenfänger-Halle gastierte.

veröffentlicht am 04.03.2019 um 15:32 Uhr

Das Junge Theater Bonn hat seinen Namen nicht ohne Grund; die jugendlichen TKKG-Charaktere werden in wechselnder Besetzung von Akteuren etwa gleichen Alters dargestellt. Foto: br
Avatar2

Autor

Burkhard Reimer Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nun war die Vorstellung zwar bei Weitem nicht ausverkauft, aber durchaus gut besucht. Und das bei einem Preis von immerhin 36 Euro pro Eintrittskarte – und zwar für das junge Publikum ebenso wie für die erwachsenen Besucher. Denn eine Kinderermäßigung, wie sie sonst ja allgemein üblich ist, gab es nicht. „Die wäre schon angebracht gewesen“, bekundete ein Vater während der Pause sein Unverständnis. So aber musste Michael Besier für sich und seinen 12-jährigen Sohn Maik 72 Euro opfern, damit beide in den Genuss der zweistündigen Vorstellung kommen konnten – wobei festzustellen ist, dass der Vater sein Portemonnaie recht bereitwillig gezückt hat. „Schließlich war ich ja selbst mal ein echter TKKG-Fan und habe auch heute noch all meine TKKG-Kassetten von früher“, räumte er ein und fügte hinzu, dass ihm auch das neue Stück gut gefällt, zumal da es „mit wenig Aufwand sehr gut in Szene gesetzt“ sei. Und Sohnemann Maik ist sowieso hellauf begeistert, nicht zuletzt, weil die vier Hauptfiguren immer noch so etwa 15-jährige Jugendliche sind, in einem Alter also, dem man als Zwölfjähriger geradezu entgegenfiebert.

Die Thematik der Nachwuchs-Detektive ist indessen mit der Zeit gegangen. War es früher beispielsweise ein Zirkusartist, der als „Schlangenmensch“ Einbrüche verüben musste, weil er von Bösewichtern dazu gezwungen wurde, so sind es jetzt hoch aktuelle Probleme, mit denen sich die Vier in „Freundschaft in Gefahr“ auseinandersetzen müssen. Da geht es um Drogenhandel ebenso wie um die Flüchtlingsproblematik – aber auch um jugendliche Liebe zwischen Tim und Gaby, die über all den Irrungen und Wirrungen, die so ein jugendliches Alter nun mal mit sich bringt, zu zerbrechen droht. Am Ende aber wird alles gut. Der zwölfjährige Eritrea-Flüchtling Jonathan, der in die Fänge erpresserischer Drogendealer geraten ist, hilft bei der Aufklärung des Falls und muss sich nun, dank befristeter Aufenthaltsgenehmigung, nicht mehr vor der unmittelbaren Abschiebung fürchten, Gaby versteht nun auch, warum Tim sich so intensiv wie geheimnisvoll für Jonathan eingesetzt hat. Beide söhnen sich aus, und überhaupt freuen sich alle Beteiligten über den glücklichen Ausgang des Abenteuers.

Übrigens trägt das Junge Theater Bonn seinen Namen nicht ohne Grund; denn die jugendlichen Charaktere werden auch tatsächlich in wechselnder Besetzung von Akteuren etwa gleichen Alters dargestellt, und lediglich die Erwachsenen-Rollen werden von Ensemble-Mitgliedern übernommen.

Das Bühnenbild ist eher sparsam. Es begnügt sich mit auf beweglichen Holzkisten montierten Leinwänden, ist aber, dank moderner Beamer-Technik dennoch sehr effektvoll. Zudem erspart es längere Umbaupausen. Die Darsteller agierten überzeugend, zumal da auch ihre Sprache ihrem jugendlichen Alter entspricht. Wiederholter Szenen- und anhaltender Schlussapplaus bezeugten, dass das Stück beim Publikum angekommen ist.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt