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Individualisierung des Sehens in der Galerie Koch: Drei Künstler im Einklang mit der menschlichen Figur

Thema Mensch: Ungesichertes Terrain der Wirklichkeit

Hannover. Diese neue Individualisierung des Sehens ist es, die als notwendige Voraussetzung in der Bildenden Kunst erst die Möglichkeit gibt, heute weiter zu denken auf die wieder erneute Erfahrbarkeit von Figur. Eingeladen von der Galerie Koch, zeigen drei Künstler mit ihren Arbeiten, wie sie sich mit dem Thema Mensch auseinandergesetzt haben

veröffentlicht am 13.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:41 Uhr

Karl Bohrmann: Rote Figur  Foto: Galerie Koch

Autor:

Klaus Zimmer
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„Mit Simpelstem die Vorstellung vom Bild zu erwecken“, war das zentrale Anliegen des Malers Karl Bohrmann (1928-1998), dessen latentes Interesse darin bestand, die Kräfte des Materials, vor allem alte, benutzte Papiere, auszuloten. Wie bei jedem Kunstwerk kann man sich natürlich mit dem Sich-Ergötzen begnügen; hier vor diesen meisterhaften Kabinettstücken jedoch geht das Delektieren so unvergleichlich tief, dass der Betrachter – ob er es will oder nicht – sich hineinträumt in eine Welt geheimnisvoller Figuren, die ihr skurriles Eigenleben vorführen. Chiffren also, Gegenbilder zur Wirklichkeit, jene Kuriosa, die, wenn man sie nach allen Richtungen befragt, einem metaphysischen Kaleidoskop entlaufen sein könnten.

Für den Bildhauer Michael Croissant (1928-2002), der an der Städelschule in Frankfurt lehrte, nehmen die Zeichnungen und Collagen einen eigenen Stellenwert ein. So hinterlässt er bei seinem Thema „Mensch“ ein großes zeichnerisches Oeuvre. Die abstrahierten Figuren und Köpfe, mit den dominierenden schwarzen Konturen der Ölkreide, stark farbiger Binnengestaltung, geben dem Künstler die Freiheit, was ihm die Plastik verwehrt. Im Kontrast dazu die Kopf-Collagen aus farbigem Papier, die entfernt an die späten Papierschnitte eines Henri Matisse erinnern.

Hans Steinbrenner gehörte als Bildhauer zu den Großen seiner Generation. Die stelenartigen Skulpturen mit ihrem kubischen Aufbau, von ihm grundsätzlich als „Figur“ betitelt, sind Erfindungen aus einer abstrakten Formenwelt. Die kleinen Bronzen in schwarzer Haut, sollen den Werkstoff von seinen Traditionen und Gebrauchsspuren befreien. Steinbrenner hat die Kraft des Werkstoffs in die Form hineingenommen und die Form in ihrer genialen Einfachheit zum Echo des Schweigens gemacht

Fazit: Es sind stille kleine Werke, die nach ihrer Vollendung ein geheimnisvolles Eigenleben führen, das jeder spürt, der mit ihnen zusammenwohnt.

Galerie Koch, Königstraße 50, bis 9. Januar 2010, Di. bis Fr. 10-18 Uhr, Sa. 10-14 Uhr



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