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Clever, konsequent, grausam: David Finchers Murder Mystery „Gone Girl“ im Kino

Szenen einer Mittelstands-Ehe

Eigentlich ist Nick Dunne (Ben Affleck) Journalist. Doch wegen der Medienkrise ist er zusammen mit seiner Frau Amy (Rosamund Pike) von New York in ein Provinzkaff in den Mittleren Westen gezogen. Hier hat er zusammen mit seiner Schwester Margo (Carrie Coon) eine Bar aufgemacht. Seit dem Umzug ist die Ehe allerdings merklich abgekühlt. Als Nick an diesem Abend nach Hause kommt, ist er schockiert: Ein Wohnzimmertisch ist umgekippt, gesplittertes Glas überall, in der Küche ein kleiner Blutfleck, Amy ist verschwunden. Sofort benachrichtigt er die Polizei – und gerät schnell in den Verdacht, seine Frau ermordet zu haben. Nicht nur, dass die Forensiker zahlreiche Spuren für ein Gewaltverbrechen finden – auch die Presse reagiert gallig. Einigen TV-Journalisten ist der Gatte nicht verzweifelt genug über das Verschwinden seiner Frau. Und dann stellt sich heraus, dass Nick sogar eine Geliebte hatte.

veröffentlicht am 01.10.2014 um 17:56 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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„Ich bin kein Mörder“, sagt er immer wieder mit Nachdruck. Doch man glaubt ihm nicht, auch nicht als Zuschauer.

Ein Murder Mystery also, in dem es um Spuren, Zeugenaussagen, Spekulationen und Schlagzeilen geht. Regisseur David Fincher, seit „Sieben“ einer der ganz Großen des aktuellen Hollywoodkinos, hat Gillian Flynns 2012 erschienenen, gleichnamigen Bestseller „Gone Girl“ – trotz gegenteiliger Behauptungen – nahezu werkgetreu verfilmt. Leser des Buches wissen also, dass mit dem Presserummel und der Vorverurteilung Nicks die Geschichte – und somit der Film – noch lange nicht zu Ende ist.

Mit einem Mal nimmt der Plot eine Wendung, die das Geschehen noch einmal in anderem Licht erscheinen lässt. Das ist von Fincher clever gemacht. Plötzlich ist man, angetrieben durch Rückblenden, mittendrin in der Studie einer problematischen Mittelstandsehe, die auch die psychischen Abgründe ihrer Figuren auslotet und darum wie ein auf die Spitze getriebener Geschlechterkampf anmutet.

Auch wenn einiges zu aufgesetzt wirkt – das plötzliche Misstrauen der Polizei, die hinterlistige Agitation einer Fernsehmoderatorin – hält Fincher die Spannung auch mit seinem Perspektivwechsel aufrecht. Bis er die Zuschauer mit einem in seiner Konsequenz grausamen und überwältigenden Ende aus dem Kino entlässt. Man möchte wirklich nicht in Nicks Haut stecken.

„Gone Girl“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 16.30 Uhr, täglich außer Montag um 19.35 Uhr sowie Donnerstag bis Samstag um 22.45 Uhr.



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