weather-image
13°

Das planen Opernintendant Michael Klügl und der neue Chefdirigent Ivan Repu¨ic in der nächsten Saison

Syndikat gegen Langeweile

Hannover. Ein wenig kann sich Opernintendant Michael Klügl wie eine gute Fee fühlen. Wenn er das Programm für die neue Spielzeit vorstellt, erfüllt er vielen Menschen ihre Wünsche. Zuerst natürlich dem hannoverschen Publikum: Das hat sich einer Befragung der hannoverschen Staatsoper zufolge (noch) mehr Wagner im Repertoire gewünscht. Also steht ab der kommenden Spielzeit „Der fliegende Holländer“ auf dem Programm. Bernd Mottl, der das Stück schon lange auf die Bühne bringen wollte, stellt seine Inszenierung vom 11. Februar an zur Diskussion. Am Pult steht dabei Hannovers neuer Generalmusikdirektor Ivan Repu¨ic, für den Wagners erste Erfolgsoper ebenfalls eine Herzensangelegenheit ist.

veröffentlicht am 22.04.2016 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

270_008_7862408_ku144_2304_160423_KULT_1_HN_Op.jpg

Autor:

Stefan Arndt
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Repu¨ic war unter Karen Kamensek, die Hannover zum Ende dieser Spielzeit verlässt, bereits Erster Kapellmeister an der Staatsoper. Vor drei Jahren wechselte der 1978 geborene Kroate in gleicher Position an die Deutsche Oper Berlin, wo seine Karriere bald weiter Fahrt aufnahm. Inzwischen dirigiert er auch an der Semperoper in Dresden, der Hamburgischen Staatsoper und vielen anderen namhaften Häusern. Für seinen ersten Auftritt als Chef in Hannover hat er sich die Oper gewünscht, mit der Giacomo Puccini zum Opernstar wurde: Dessen „Manon Lescaut“ eröffnet am 10. September in der Inszenierung von Olivier Tambosi die Saison. Die Titelpartie singt die armenische Sopranistin Karine Babajanyan, die neu ans Haus verpflichtet wurde. Abgänge im Ensemble gibt es dagegen nicht.

Martin G. Berger, gerade noch Regieassistent am Haus, kehrt nach seinem Einspringererfolg bei der „Fledermaus“ nun planmäßig auf die große Bühne zurück: Am 29. Oktober hat Smetanas „Die verkaufte Braut“ in einer Neufassung des Regisseurs Premiere. Und mit der Uraufführung von Giogio Battistellis Oper „Lot“ mit einem Libretto von Jenny Erpenbeck erfüllt sich Intendant Klügl vermutlich selbst einen Traum: Lange hat er warten müssen, bis die längst bestellte Partitur vollendet wurde. Nun liegen ihm bereits zwei von drei Akten vor, Premiere (Regie: Frank Hilbrich) ist am 1. April. Neben diesem Werk des 21. Jahrhunderts kann man ab dem 26. November mit „Die englische Katze“ von Hans Werner Henze auch einen Klassiker des 20. Jahrhunderts erleben. Regie führt Dagmar Schlingmann, Mark Rohe dirigiert. Mit der musikalischen Komödie „Der Liebestrank“ von Gaetano Donizetti schließlich soll sich Regisseur Tobias Ribitzki in Klügls „Opernsyndikat“ einreihen, dass es sich nach den Worten des Intendanten zur Aufgabe gemacht hat, „gegen die Langeweile zu wirken“. Das Stück, das in der laufenden Saison am meisten dafür gesorgt hat, wird im kommenden Jahr nicht zu sehen sein: Der „Freischütz“ pausiert ebenso wie Benedikt von Peters „La Traviata“. Gänzlich verabschiedet hat man sich von Barrie Koskys „Ring“, der nicht mehr in Hannover zu sehen sein wird. Ein Wiedersehen gibt es dafür unter anderem mit „Carmen“, „Candide“ und „Tosca“.

Bei den „Festlichen Opernabenden“ sind unter anderen Camilla Nylund und Thomas Mayer zu Gast, Starbariton Leo Nucci singt eine Operngala. Komplettiert wird das Programm von drei Produktionen der Jungen Oper (mit einer Uraufführung von Detlev Glanert) und zehn Sinfoniekonzerten.

Ballettdirektor Jörg Mannes widmet eine Arbeit seinem Landsmann Franz Schubert. Premiere des Stücks über den Komponisten ist am 1. Oktober. Für „Henry VIII.“ greift Mannes weiter in die Geschichte zurück: Seine Choreografie um den einstigen Hoffnungsträger und späteren Tyrannen auf dem englischen Thron ist ab 6. Mai zu sehen. In „Don’t think twice!“ kommen drei junge Choreografen als Gäste zum Zug: Uraufführung der Stücke von Georg Reischl, David Blázquez und Yaron Shamir ist am 14. Januar.

Selbst tanzen kann man schließlich auf dem Opernball, der am 24. und 25. Februar unter dem Motto „Hallo, Wien“ stehen wird.

Karten für alle Veranstaltungen der neuen Saison gibt es ab 1. Juni unter 0511/99991111.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt