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Depeche Mode und Coldplay im Abstand von nur vier Tagen: Enger Zeitplan

Superlative in der HDI-Arena

HANNOVER. Die letzten Gäste haben gerade eben das Stadion verlassen, da rollen auch schon die großen Lastwagen an, in welche die Bühne geladen wird, auf der eben noch Dave Gahan stand. „Wir sind enge Zeitpläne gewohnt. Dass sich zwei Produktionen so die Klinke in die Hand geben, gab’s in der Geschichte der Stadionkonzerte in Hannover aber noch nie“, sagt Stefan Westermann. Am Freitag kommen mit Coldplay die nächsten Superstars in die Arena.

veröffentlicht am 15.06.2017 um 18:09 Uhr

Coldplay-Sänger Chris Martin. Foto: dpa

Autor:

Lisa Malecha

In seinen 30 Jahren als Produktionsleiter bei Mega-Konzerten hat sich für Westermann beim Ablauf kaum etwas verändert: Drei Tage wird die Bühne gebaut, bis sich das Team schließlich einen Tag lang um Licht, Sound und Video kümmert, am Tag darauf steigt die Show. Zwischen Depeche Mode (Sonntag und Montag) und Coldplay (Freitag) liegen allerdings nur vier Tage. „Uns fehlt ein ganzer Tag in der Produktion.“ Da muss dann schon mal eine Nachtschicht eingelegt werden, damit nur vier Tage, nachdem Dave Gahan im Stadion noch Zehntausende Fans begeisterte, an gleicher Stelle Chris Martin und Co. stehen können. „Wir hatten schon Sorge, ob unsere Planung greift“, sagt Westermann. Doch nachdem das Team den Abbau in Rekordzeit gemeistert habe, liege die Produktion wieder voll im Zeitplan. „Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass Depeche Modes Bühne am Dienstag um 18 Uhr verschwunden ist – geklappt hat es dann schon um 12 Uhr“, sagt Westermann. Um das möglich zu machen, wurde nicht nur das Personal aufgestockt, auch zusätzliche Maschinen wurden besorgt. „Aber je mehr Menschen am Aufbau beteiligt sind, desto komplizierter wird das Ganze natürlich auch“, sagt er.

Parallel zu den Abbauarbeiten fahren schon die ersten Trucks mit Material für das Coldplay-Konzert in die HDI-Arena. „Die Absprache zwischen den lokalen Teams und den Crews von Coldplay und Depeche Mode lief wirklich gut.“ Während die Bühne vor der Nordkurve abgebaut wird, wird im Süden des Stadions schon die neue entladen. „Es gibt pro Show übrigens immer mehrere Bühnen“, sagt Westermann. Immerhin dauert der Aufbau wesentlich länger, als Zeit zwischen den Auftritten der Band liegt.

„Wir mussten alle freien Flächen so zuteilen, dass die Teams gleichzeitig arbeiten konnten, ohne sich im Weg zu stehen“, sagt er. Bei mehr als 60 Lastwagen, deren Ankunftszeit nie genau vorhergesagt werden kann, ist das eine große Herausforderung. „Die Planungen haben schon im Januar begonnen, Ende April stand der Ablauf fest“, sagt Westermann, der sich auch darum kümmern muss, dass der Luftraum über dem Stadion für das Feuerwerk beim Coldplay-Konzert freigegeben wird, die Feuerwehr beim Anbringen der Pyrotechnik am Stadiondach anwesend ist und das Stadion komplett mit Vorhängen abgedunkelt wird, damit die Lichteffekte besonders gut zur Geltung kommen. „Jetzt muss am Freitag nur noch das Wetter mitspielen“, sagt er.

Depeche Mode (Bild links) spielt in Hannover – und die Fankurve kocht. Foto: Samantha Franson/PR
  • Depeche Mode (Bild links) spielt in Hannover – und die Fankurve kocht. Foto: Samantha Franson/PR

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