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Sture Fischköppe werden schnurrende Kater

Von Andrea Gerstenberger

Hameln. „Ohnsorg-Theater“, ein Name, der immer noch zieht. Und so ist das Hamelner Theater am Freitagabend ausverkauft, als die Hamburger Traditionsbühne mit der schwungvollen Komödie „Die erste Geige“ auf ihrer Tournee auch Station an der Weser macht.

veröffentlicht am 11.04.2010 um 13:46 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:21 Uhr

Kultur
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Von Andrea Gerstenberger

Hameln. „Ohnsorg-Theater“, ein Name, der immer noch zieht. Und so ist das Hamelner Theater am Freitagabend ausverkauft, als die Hamburger Traditionsbühne mit der schwungvollen Komödie „Die erste Geige“ auf ihrer Tournee auch Station an der Weser macht.
 Von bangbüxigen grünen Jungs und nickelsüchtigen älteren Herren, die schon mal gerne zwei Mäuse mit einem Stück Speck fangen, erzählt das Lustspiel von Gustav Wied und Jens Petersen, das Sandra Keck für das Ohnsorg-Theater vor drei Jahren ursprünglich auf Platt inszeniert hat. Nun als Tourneefassung, Premiere war am 10. März in Buxtehude, wird die hochdeutsche Fassung gespielt, was den Norddeutschland Begeisterten in mir nach den ersten Sätzen schon etwas sehnsüchtig nach dem Original werden lässt, da in der Sprache der Menschen zwischen den Meeren doch noch mehr trockener Humor und Augenzwinkern steckt und das humoristische Tempo des Spiels dadurch sicher ein noch flotteres wäre.
 Aber auch so ist es ein Genuss im Sessel zu versinken und der gelungenen, äußerst kurzweiligen Aufführung zu folgen. Ein kaum wieder zu erkennender Rüdiger Wolf als griesgrämiger Lehrer Möller, ein selig lächelnd, über die Bühne schwebender Frank Grupe als haydnverliebter Apotheker Clausen und vor allem, ein sein ganzes körperliches und komödiantisches Gewicht in die Rolle werfender, Horst Arenthold als Viechdoktor Dilling begeistern vom ersten Moment an als eigenbrötlerische Männer-WG, die sich voll und ganz der Hausmusik verschrieben hat.
 Die gestandenen Mannsbilder, mit einem überaus gestörten Verhältnis zur Ehe, machen dem Junior des Streichquartetts und Sohn des Apothekers, Ludwig Clausen, das Leben nicht leicht. Als seine Verlobte Anna wie ein Wirbelwind den Männerhaushalt umkrempelt und von Stund an die „erste Geige“ spielt, ändert sich das beschauliche Leben für alle Beteiligen und aus sturen Fischköppen werden säuselnd schnurrende Kater. Aber Birthe Gerken als Anna Möller wickelt nicht nur das Hausmusiker Kleeblatt um den Finger, sie verzaubert mit ihrer strahlenden Präsenz auch das Publikum. Sie und der seine Pfunden spielerisch so geschickt einsetzende Horst Arenthold ragen aus einem tollen Ensemble heraus.

 Von bangbüxigen grünen Jungs und nickelsüchtigen älteren Herren, die schon mal gerne zwei Mäuse mit einem Stück Speck fangen, erzählt das Lustspiel von Gustav Wied und Jens Petersen, das Sandra Keck für das Ohnsorg-Theater vor drei Jahren ursprünglich auf Platt inszeniert hat. Nun als Tourneefassung, Premiere war am 10. März in Buxtehude, wird die hochdeutsche Fassung gespielt, was den Norddeutschland Begeisterten in mir nach den ersten Sätzen schon etwas sehnsüchtig nach dem Original werden lässt, da in der Sprache der Menschen zwischen den Meeren doch noch mehr trockener Humor und Augenzwinkern steckt und das humoristische Tempo des Spiels dadurch sicher ein noch flotteres wäre.
 Aber auch so ist es ein Genuss im Sessel zu versinken und der gelungenen, äußerst kurzweiligen Aufführung zu folgen. Ein kaum wieder zu erkennender Rüdiger Wolf als griesgrämiger Lehrer Möller, ein selig lächelnd, über die Bühne schwebender Frank Grupe als haydnverliebter Apotheker Clausen und vor allem, ein sein ganzes körperliches und komödiantisches Gewicht in die Rolle werfender, Horst Arenthold als Viechdoktor Dilling begeistern vom ersten Moment an als eigenbrötlerische Männer-WG, die sich voll und ganz der Hausmusik verschrieben hat.
 Die gestandenen Mannsbilder, mit einem überaus gestörten Verhältnis zur Ehe, machen dem Junior des Streichquartetts und Sohn des Apothekers, Ludwig Clausen, das Leben nicht leicht. Als seine Verlobte Anna wie ein Wirbelwind den Männerhaushalt umkrempelt und von Stund an die „erste Geige“ spielt, ändert sich das beschauliche Leben für alle Beteiligen und aus sturen Fischköppen werden säuselnd schnurrende Kater. Aber Birthe Gerken als Anna Möller wickelt nicht nur das Hausmusiker Kleeblatt um den Finger, sie verzaubert mit ihrer strahlenden Präsenz auch das Publikum. Sie und der seine Pfunden spielerisch so geschickt einsetzende Horst Arenthold ragen aus einem tollen Ensemble heraus.

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