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Virtuos: Aufführung von Verdis „Messa da Requiem“ erntet viel Beifall

Stimmgewaltig

HAMELN. Die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi, entstanden zum Gedenken an den berühmten Dichter Alessandro Manzoni, ist zwar eine Toten-Messe, trägt aber, nicht zu überhören, die musikalischen Züge des genialen Opern-Komponisten.Sie ist schlicht ein Meisterwerk. Zum vierten Mal erklang das Verdi-Requiem in Hameln, stets gestaltet von unserer Kantorei, dieses Mal unter Leitung von Kreiskantor Stefan Vanselow.

veröffentlicht am 24.03.2019 um 19:58 Uhr
aktualisiert am 24.03.2019 um 20:30 Uhr

Die glänzend aufgelegten Vokalsolisten nahmen mit ihrem Auftritt die Zuhörer gefangen. Foto: wfx

Autor:

E. W. Holländer
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Über die Vorbereitung, etwa über die Probenarbeit seit Januar, hat man hier viel gelesen, selbst im „Kultur-Radio“ des Norddeutschen Rundfunks wurde die Aufführung in der Marktkirche angekündigt. Die Erwartung war also groß. Und sie wurde erfüllt: Die Zuhörer erlebten eine überwältigende Wiedergabe. Stefan Vanselow fügte seinen Meisterleistungen eine weitere hinzu!

Unter dem Titel „Der Tod – (k)ein Thema?“ wurde zu Beginn ein Projekt der Kantorei vorgestellt: eine überaus würdige Einleitung, der alsbald die zunächst sehr leisen, dann anschwellenden Klänge des „Requiem aeternam“ folgten. Und dann der gleichsam niederschmetternde Aufschrei des „Dies irae“ mit vollem Einsatz des Orchesters, mit Ferntrompeten, mit grandiosem, markerschütterndem Klang des Chores! Wie oft wurden die meilenweit über das Können eines Laienchores hinausgehenden Qualitäten der Hamelner Kantorei gewürdigt. Aber ihre wieder begeisternde Leistung wurde hier (fast) übertroffen vom Glanz des Orchesters.

Wir lernten einen hier bisher nicht bekannten Klangkörper kennen: das „Junge Philharmonische Orchester Niedersachsen“. Man konnte sich darüber zwar informieren, war aber fasziniert von der technischen wie klanglichen Qualität der überwiegend jungen Musiker, die nicht in Konkurrenz, wohl aber in Ergänzung unserer Orchester im Norden Hochwertiges darbieten. Es fehlt leider an Raum, viele hier gehörte Einzelheiten aufzuführen, die ja so zahlreich in der herrlichen Partitur stehen.

Wohl aber gilt die Aufmerksamkeit den Vokalsolisten, die in dem Werk eine bedeutende Rolle spielen. Unglücklicherweise fielen die beiden vorgesehenen Sängerinnen der Frauen-Partien krankheitsbedingt aus, aber man hatte kurzfristig Ersatz beschaffen können. An erster Stelle nennen wir die Mezzosopranistin Anne Schuldt, die gleich anfangs im „Liber scriptus“ ihre wahrlich balsamisch klingende Stimme erhob. Die Tenorpartien, eigentlich echte Opern-Arien, gestaltete der junge Pawel Brozek mit bezwingendem Glanz. Für die grundierenden Basseinsätze stand der in Hannover stets bewährte Brian Davis zur Verfügung. Aber was wäre mit den das Werk am Schluss krönenden Passagen des „Agnus Dei“ oder des zauberhaften „Libera me, Domine“, wenn nicht die Schweizer Sopranistin Nathalie de Montmollin ihre wundervoll leuchtende Stimme dafür einsetzte? Dieser Eindruck über dem wahrlich überirdischen Orchesterklang war einer von vielen Höhepunkten. Überhaupt: Alle vier Solisten und der Chor boten, als Beispiel, einfach herrlichsten Klang in dem markant gesteigerten „Rex tremendae majestatis“.

Nach den leise verhallenden, ergreifenden Schlusstakten wagte man kaum, die Hände zu regen. Aber dann brach begeisterter Beifall los, für alle, und ganz besonders für den kundigen und mit beschwörenden Gesten wirkenden Stefan Vanselow.



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