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Schweißtreibende Metalparty in der Hamelner Sumpfblume: Van Canto erfüllt alle Erwartungen der Metalfans

Stimmartisten servieren Zungenspagat in Vollendung

Hameln. Am Anfang war das Wasser. Zwei Kisten des erquickenden Nasses verteilt Sänger Ross Thompson auf der Bühne und rund um das verloren wirkende Schlagzeug. Jedoch nicht genug für die schweißtreibende Metalparty, die der Sumpfblume am Freitagabend einen fulminanten Jahresstart beschert. Im vollen Saal des Hamelner Kulturtempels geht die Post ab. Hier wird schwere Metalkost einmal ganz anders serviert. Ein Abend mit drei Hauptacts, wie ein Besucher bemerkt. Als Appetithäppchen stellt Drummer Bastian Emig zusammen mit Daniel Wicke und Dennis Otto sein pianogetragenes Metal-Experiment „In Legend“ vor und beweist so seine Vielseitigkeit.

veröffentlicht am 08.01.2012 um 15:18 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

Gabriele Laube
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Gekonnt entlockt er dem retrogekleideten Klimperkasten die außergewöhnlichsten Riffs und Melodien. Bei der Ballade „Stardust“ erhält der einzige Van Canto Instrumentalist sogar vokale Unterstützung durch Bandgefährtin Inga Scharf – ein feiner, gelungener Auftakt.

Weiter geht es mit Orden Organ und einer Breitseite Metal in üblicher Konstellation: harte Gitarrenakkorde zu fliegendem Langhaar. Der Auftritt zieht pogende Kreise im Publikum und bestimmt den Spaßfaktor.

Spät am Abend gehört die Bühne dann endlich den fünf Stimmartisten von Van Canto. Sie servieren Zungenspagat in Vollendung. Dazu tobt Sänger Dennis „Sly“ Schunke wie ein Derwisch übers Podium und erklärt den wenigen Van Canto Neulingen wie Metal a cappella funktioniert: „To Sing a Metal Song“, nämlich nur mit Schlag- und Mundwerken. Rakkatakka, Wah-Wah, Dandan-Gitarren brauchen Stefan „Stef“ Schmidt, Ingo „Ike“ Sterzinger und der agile Schotte Thompson nicht – ihre Stimmen sind Instrument genug.

Im Saal brodelt die Begeisterung und auch den Gesangsartisten auf der Bühne wird heiß: Sängerin Inga „brutzelt“ der Hintern. Der Fanclub fächelt eine kühle Brise. Als Ruhepol agiert Scharf in dieser tobenden Männerwelt, deren glockenhelle Stimme für spannende Akzente sorgt. Neben altbewährten Coversongs wie „Bard‘s Song“ von den befreundeten Blind Guardian oder dem Eigenwerk „Water Fire Heaven Earth“ erklingen neue Lieder wie „Seller of Souls“ oder das Sabaton Cover „Primo Victoria“ in Van Canto Tradition.

Das Programm bietet Wiedererkennungswert und wenig Überraschungen, erfüllt aber alle Erwartungen der Metalfans. Dabei erinnert Van Cantos erster deutsch gesungener Song „Neuer Wind“ ein wenig an Subway to Sally Kompositionen – aber wen stört´s? Als nach 80 Minuten das Wasser und auch Sly die Stimme ausgeht, ist der Metalspaß zu Ende. Überraschenderweise mit dem neuen „Master of the Wind“ Cover von Manowar.



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