weather-image
Wie fühlt sich eine Band eigentlich, wenn sie in einem leeren Saal spielt? Die Gruppe Popstickel erzählt

Stell Dir vor, es ist Konzert und keiner geht hin

Ohr. Es gibt Konzerte, die vergisst ein Zuschauer nicht wieder so schnell. Und es gibt Konzerte, an die sich auch Musiker noch lange Zeit erinnern. Der Berliner Band Popstickel passierte am Freitagabend im Colohr etwas Merkwürdiges: Ihren wunderbaren Auftritt mit Pop-Perlen und fantastischen Funk-Nummern verfolgte lediglich eine Hand voll Konzertbesucher mit. Julia Marre sprach mit Johannes Stickel, Rob Sartorius, Andrej Darienski und Raphael Becker-Foss über Ausnahme-Auftritte wie diesen.

veröffentlicht am 05.07.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 00:41 Uhr

Spielen auch ihre Songliste ab, wenn kaum Besucher im Saal sind:
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zugegeben: Als einer von fünf Zuhörern im Konzertsaal kommt man sich seltsam vor. Wie ist es, als Musiker auf der Bühne zu sehen, dass kaum jemand anwesend ist?

Auftreten und Konzerte spielen muss man ja in erster Linie für sich selbst machen wollen. Natürlich macht es mehr Spaß, wenn man ordentlichen Applaus bekommt. Außerdem machen wir Tanzmucke, normalerweise wird bei unseren Konzerten immer viel getanzt – das macht sonst auch ein völlig fremdes Publikum, das unsere Songs nicht kennt. Und von so einem Konzert wie heute kann man natürlich auch nicht leben…

Also war das ein Abend, den ihr lieber wieder schnell vergesst?

Nein, nicht unbedingt. Das Konzert im Colohr hat uns allen viel Spaß gemacht – egal, wie viele Zuschauer nun da waren. Aber tatsächlich ist es so, dass wir einige Gigs einfach vergessen. Aber nicht, weil sie schlecht waren! Wir haben im letzten Jahr 25 Auftritte gehabt – da bringt man einfach manche durcheinander. Aber dass so wenig los war, ist uns tatsächlich noch nie passiert.

Wie viele Besucher kommen denn sonst so zu euren Konzerten?

Wenn wir in unserer Heimatstadt Berlin auftreten, ziehen wir meist rund 100 Leute. Aber hier sind wir natürlich völlig unbekannt, daher haben wir schon mit wesentlich weniger Besuchern gerechnet. Als Liveband gibt’s uns außerdem erst seit einem Jahr. Während zu den ersten 20 Auftritten meist viele Freunde kommen, muss man danach zusehen, dass man sich einen Bekanntheitsgrad erspielt. Unser Ziel ist, einen Booker zu bekommen, damit wir auch bei anderen Bands im Vorprogramm auftreten können und die Chance haben, auf größeres Publikum zu treffen.

An welchen letzten Ausnahme-Auftritt denkt ihr gern zurück?

Vor einem Jahr haben wir in Hagen bei Pyrmont ein Open-Air-Konzert gespielt. Obwohl uns kaum einer dort kannte, hat der ganze Platz getanzt. Wir haben alles zweimal spielen müssen, weil uns die Leute gar nicht mehr gehen lassen wollten – das war super! Einen richtigen Scheiß-Abend hatten wir auf der Bühne noch nicht.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt