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"Status Quo": Nur der Zopf von Francis Rossi ist ab

Von Martin Jedicke

Hannover. Neuigkeiten über Status Quo? Ja, Francis Rossis Pferdeschwanz ist ab. Sonst aber werden keine alten Zöpfe abgeschnitten. Denn die Band hat in den Siebzigern nun einmal zu ihrem unnachahmlichen Boogie-Rock gefunden und mit Alben wie „Hello“ oder „Quo“ alles Wesentliche zum Genre gesagt. Sicher, auch spätere Platten bieten Hörenswertes, aber natürlich sind es die Hits, auf die die 5000 nicht warten müssen. Beginnend mit „Caroline“ rocken die Briten auch 2010 noch „all over the world“ – am Freitagabend in der ausverkauften AWD-Hall Hannover.

veröffentlicht am 31.10.2010 um 15:22 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:41 Uhr

kultur Status Quo
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Von Martin Jedicke

Hannover. Neuigkeiten über Status Quo? Ja, Francis Rossis Pferdeschwanz ist ab. Sonst aber werden keine alten Zöpfe abgeschnitten. Denn die Band hat in den Siebzigern nun einmal zu ihrem unnachahmlichen Boogie-Rock gefunden und mit Alben wie „Hello“ oder „Quo“ alles Wesentliche zum Genre gesagt. Sicher, auch spätere Platten bieten Hörenswertes, aber natürlich sind es die Hits, auf die die 5000 nicht warten müssen. Beginnend mit „Caroline“ rocken die Briten auch 2010 noch „all over the world“ – am Freitagabend in der ausverkauften AWD-Hall Hannover.
 Die ist zweifelsohne nicht nur mit Status-Quo-Fans gefüllt, wie der begeisterte Empfang der Spider Murphy Gang im Vorprogramm beweist. Die Soli-gespickte zehnminütige Lesung von „Schickeria“ zeigt, dass hier prima Musiker am Werke sind, und Hits wie „Wo bist du?“, „Ich schau‘ dich an“ und „Skandal im Sperrbezirk“ bleiben Partyknaller im bayerischen Rock’n’Roll-Idiom. Rossis Frage, ob dem Publikum warm genug sei, erübrigt sich somit, wenn Status Quo weiter einheizen. Mit der Gitarre im Anschlag stürmt er an den Bühnenrand, Klatschen, Ohoho-Chöre und Aufblasgitarren in der Menge, schließlich vier Gitarristen in einer Reihe am Bühnenrand, die Gitarrenhälse wedeln synchron und die weißen Turnschuhe bewähren sich beim elastischen Wippen. Rossi erweist sich als der charismatischere Sänger, Parfitts Stimme passt besser zu bluesgeprägten Songs als zu der mediokren Ballade „Living On An Island“. „In The Army Now“ hingegen bietet eine willkommene Erholung vom Gitarrenrock.
 Wie sich Status Quo aus den erfolglosen „Spectres“ zu der Gruppe mit den meisten Top-40-Hits in England entwickelte, zeichnet die eben erschienene CD „Live At The BBC“ nach, die „down down, deeper and down“ in die Vergangenheit blickt. Heute aber sind Status Quo ein wenig zu ausrechenbar geworden. Seltener Gespieltes wie „Junior’s Wailing“ lässt sich neben den Überhits zwar gut an, aber warum bringen die Briten nicht mal das gesamte Album „Quo“? Sie müssen ja nicht gleich alte Zöpfe abschneiden

 Die ist zweifelsohne nicht nur mit Status-Quo-Fans gefüllt, wie der begeisterte Empfang der Spider Murphy Gang im Vorprogramm beweist. Die Soli-gespickte zehnminütige Lesung von „Schickeria“ zeigt, dass hier prima Musiker am Werke sind, und Hits wie „Wo bist du?“, „Ich schau‘ dich an“ und „Skandal im Sperrbezirk“ bleiben Partyknaller im bayerischen Rock’n’Roll-Idiom. Rossis Frage, ob dem Publikum warm genug sei, erübrigt sich somit, wenn Status Quo weiter einheizen. Mit der Gitarre im Anschlag stürmt er an den Bühnenrand, Klatschen, Ohoho-Chöre und Aufblasgitarren in der Menge, schließlich vier Gitarristen in einer Reihe am Bühnenrand, die Gitarrenhälse wedeln synchron und die weißen Turnschuhe bewähren sich beim elastischen Wippen. Rossi erweist sich als der charismatischere Sänger, Parfitts Stimme passt besser zu bluesgeprägten Songs als zu der mediokren Ballade „Living On An Island“. „In The Army Now“ hingegen bietet eine willkommene Erholung vom Gitarrenrock.
 Wie sich Status Quo aus den erfolglosen „Spectres“ zu der Gruppe mit den meisten Top-40-Hits in England entwickelte, zeichnet die eben erschienene CD „Live At The BBC“ nach, die „down down, deeper and down“ in die Vergangenheit blickt. Heute aber sind Status Quo ein wenig zu ausrechenbar geworden. Seltener Gespieltes wie „Junior’s Wailing“ lässt sich neben den Überhits zwar gut an, aber warum bringen die Briten nicht mal das gesamte Album „Quo“? Sie müssen ja nicht gleich alte Zöpfe abschneiden.



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