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Theater Hameln stellt die kommende Spielzeit so früh wie noch nie vor

Stärker literarisch geprägt

HAMELN. Das Theater ist tot – es lebe das Theater. Mit jedem Spielplan faszinierend neu – und der Mensch als Stehaufmännchen, wie es in Bradburys Roman „Fahrenheit 451“ heißt, „weil es sich lohnt, immer wieder von vorn anzufangen“, wie Theaterchef Wolfgang Haendeler im Vorwort zur Spielzeit 19/20 zitiert und das so inhaltreiche Heft so früh wie noch nie vorstellt. Theater im Wandel. Weniger Spielort für traditionelle Stücke – vielmehr Auseinandersetzung mit Ideen und immer stärker literarisch geprägt.

veröffentlicht am 03.05.2019 um 17:00 Uhr

In der kommenden Spielzeit im Theater: die „bremer shakespeare company“ mit dem Stück „Angela I.“. Foto: Marianne Menke
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Autor

Richard Peter Reporter
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Start mit Georg Orwells „1984“ und seinem Überwachungsstaat noch immer aktuell – eigentlich immer aktueller. Kafkas „Die Verwandlung“ als gespenstische Metamorphose. „Caligula“ und „Caesar“ als Protagonisten einander gegenübergestellt – und nach dem erschreckenden Film von Fatih Akin „Aus dem Nichts“, ein Rachethriller gegen dem NSU. Brechts eher selten gespieltes Stück „Leben Eduards des Zweiten von England“, Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe zwischen zwei Männern. Auch „Der rechte Auserwählte“ von Eric Assous als zeitkritische Komödie, ein ebenso sarkastisches wie hochpolitisches Stück. „Fahrenheit 451“ – Bücherverbrennungen und ein beeindruckender Widerstand gegen ein ebenso menschen- wie kunstverachtendes Regime nach Ray Bradburys berühmten Roman.

„Jugend ohne Gott“, Horváths erschütternd visionäre Sicht auf die „Zeit der Fischaugen“ im aufkommenden Nationalsozialismus. „Angela I“ der Titel zu einem deutschen Rosenkrieg der „bremer shakespeare company“. Deutschland nach der amtierenden Bundeskanzlerin. „Und in der Ferne Jerusalem“ – Geschichten nach der Bibel. „Terrorist oder ewig Gerechter“ heißt es nach der Kleist-Novelle „Michael Kohlhaas“, dann Lesung mit Dr. Dierk Rabien, Bernhard Gelderblom und Schülerinnen und Schüler mit „Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben“. Geschichte deportierter Hamelner Kinder während der NS-Zeit.

Ein General-Motiv der Hamelner Bühne – vorgestellt von der Dramaturgin des Hamelner Theaters, Ilka Voß – nicht nur für Kinder und Jugendliche: „Märchen, Mythen, Sagen“. Von der „Prinzessin auf der Erbse“ bis zu den „Hamelner Geschichten“ von Wolfgang Haendeler als „Auswärtsspiele“ im Hamelner Museum. Dazu wieder Krimis und jede Menge Unterhaltung von „Taxi Taxi“ – ein Mann mit zwei Familien und viel Logistik – bis zu „Schon wieder Sonntag“, eine Tragikomödie über das Altern. Dazu auch Agatha Christies Dauerbrenner „Die Mausefalle“ und natürlich wieder das Ohnsorg-Theater zu Gast, diesmal mit „Ein Mann mit Charakter“ und die berühmte Krimi-Komödie „Baskerville“ nach Doyle. Als deutsche Erstaufführung „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“ als Held zum Anfassen. „Das Wunschkind“ mit Gila Cremer und Max Eipp und als romantische Komödie „Shakespeare in Love“ nach der berühmten Filmvorlage.



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