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Staatsoper inszeniert „Macbeth“ als bürgerliches Ehedrama

Von Richard Peter

Hannover. Ein solistisches „Buh“-Fortissimo – nahtlos an Verdis letzten „Macbeth“-Takt angehängt – beendete am Samstag in der Staatsoper das Melodramma in quattro atti. Vermutlich war Oper früher insofern schöner, als sich Regisseure noch ohne psychologische Verrenkungen auf die Musik und deren eigene Psychologie verließen. So erlebt das Publikum Macbeth mit seiner Lady als neckisches Liebespaar – das sich auf der Bühne begrapscht, wie man es vermutlich nie täte, wenn niemand zuschaut – während die Musik bereits ganz andere Probleme hat und so gar nichts frühlingshaft Sinnliches verströmt. Eine Spielidee, die nichts bringt, einem die Ouvertüre verhunzt und schlicht lächerlich wirkt – auch die niedliche Scherenschnitt-Romantik, die so gar nichts mit der Archaik von Shakespeares Drama zu tun hat.

veröffentlicht am 01.02.2010 um 16:58 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:21 Uhr

macbeth
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So beeindruckend Frank Hilbrichs „Simplizissimus“-Inszenierung – auch schon wieder zwei Jahre her – sein „Macbeth“ macht klein, was nur ganz groß gelingen kann. Der imaginierte Blutfleck, der die Lady in Wahnsinn und Tod treibt, will verzweifelt gerubbelt sein, dass es wehtut. So ein bisschen Händeabtrocknen bleibt – wie die ganze Inszenierung – weit hinter Verdi und Shakespeare zurück.

 

- Die weiteren Termine: „Macbeth“ gibt es wieder am 6. und 26. Februar in der Staatsoper Hannover.

 



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