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Matinee über Johann Rist in der Pfortmühle

Sprachgewaltig gegen den Zeitgeist

Hameln. Zu einer „reizvollen Begegnung mit Johann Rist“ lud die Bibliotheksgesellschaft ein. Und wahrlich „rüstig“ als „Universalgelehrter und kleiner Leibniz“ kam der norddeutsche Barockdichter, der sich „der Rüstige“ nannte, schon in der Begrüßung des Vorsitzenden Bernd Bruns daher. Jutta Wilfert, Präsidiumsmitglied der Musikakademie für Senioren in Hamburg, entwarf ein liebevolles Porträt des Dichters.

veröffentlicht am 07.09.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:41 Uhr

Jutta Wilfert. Foto: mdp

Autor:

Renate Müller De Paoli
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1607 im Holsteinischen Ottensen als Sohn eines Predigers geboren, beginnt Johann Rist im 30-jährigen Krieg das Studium der Theologie in Rostock. Als die Truppen Wallensteins Rostock besetzen, studiert er von 1629 bis 1631 an der Universität in Rinteln bei dem Theologen Josua Stegmann. Sein Interesse gilt den Naturwissenschaften, der Musik und besonders der Dichtkunst. Als Seelsorger, Dichter, Arzt, Apotheker und Gärtner lebt er bis zu seinem Tod 1667 in Wedel. Seine Gedichte, Liebeslieder und Dramen machen ihn in ganz Deutschland bekannt. Sprachgewaltig stellt sich Rist gegen den Zeitgeist, stellt dem zerstörerischen Krieg und Sittenverfall seine Friedenssehnsucht entgegen: „Friede, waß ist Dir zu gleichen/Friede Du gewünschtes Guht?“ Im Bemühen um eine nationale deutsche Sprachkultur gründet er 1660 seine eigene Dichtersozietät, den „Elbschwanenorden“.

Von Kaiser Ferdinand III zum „poeta laureatus“ gekrönt und später in den Adelsstand erhoben, zieht er sein Leben auf dem Lande dem prächtigen am Hof vor. Mit seiner Sammlung „Himmlische Lieder“ wird Rist neben Paul Gerhardt einer der bedeutendsten protestantischen geistlichen Liederdichter. Johann Sebastian Bach etwa vertonte seine Lieder. Zu seinem Spätwerk gehören die „sechs Monatsgespräche“: Streitgespräche des Seelsorgers Johann Rist mit literarischen Freunden um die Frage „Was ist das Alleredelste… der gantzen Welt?“ – dank Jutta Wilfert wird es leichter, die Antwort zu finden.



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